1. Febru­ar 2021

Guido Ernst und Horst Gies: Keine Härtetests für Lernplattformen des Landes

Der Medi­en­aus­schuss des rhein­­land-pfäl­­zi­­schen Land­tags hat sich in sei­ner jüngs­ten Sit­zung mit der tech­ni­schen Pan­ne zum Auf­takt des Fern­un­ter­richts nach den Weih­nachts­fe­ri­en beschäf­tigt. Dabei kam her­aus, dass die Lan­des­re­gie­rung offen­sicht­lich nur man­gel­haft die tech­ni­sche Sta­bi­li­tät der Platt­for­men ‚Mood­le‘ und ‚Big­Blue­Bot­ton‘ im Vor­feld getes­tet hat. Das kri­ti­sier­ten ein­mü­tig die bil­dungs­po­li­ti­sche Spre­che­rin der CDU-Lan­d­­tags­­­frak­­ti­on Anke Beil­stein und ihr Kol­le­ge Josef Dötsch der medi­en­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU.

 „Die Lan­des­re­gie­rung hat es ver­säumt, die Lern­platt­for­men einem ech­ten Här­te­test unter rea­len Zugriffs- und Echt­zeit­be­din­gun­gen zu unter­zie­hen, bevor die Sys­te­me an den Start gin­gen. Das ist maxi­mal unpro­fes­sio­nell und war zum Schei­tern ver­ur­teilt“, erklärt Josef Dötsch.

 Gui­do Ernst stimmt ihm zu: „Tests hät­ten vor Weih­nach­ten durch­ge­führt wer­den müs­sen, um tech­ni­sche Pro­ble­me früh­zei­tig zu behe­ben. Auch die Ein­be­zie­hung exter­ner Spe­zia­lis­ten, hät­te pro­fes­sio­nell not­wen­di­gen Maß­nah­men vor Sys­tem­start ent­spro­chen.“  Sein Kol­le­ge Horst Gies im Land­tag und Vor­sit­zen­der der Kreis-CDU ergänzt: „Leicht­fer­tig hat die Lan­des­re­gie­rung die Schu­len, Leh­re­rin­nen und Leh­rer sowie Schü­le­rin­nen   und Schü­ler nach Feri­en­en­de zur ‚Test­grup­pe‘ gemacht – ein Ver­such, der deut­lich schief­ge­lau­fen ist.“

Im Medi­en­aus­schuss wur­de deut­lich, dass die mas­si­ven Zugrif­fe, die auf­ga­ben­ge­mäß durch Schü­le­rin­nen und Schü­ler erfolg­ten, das Sys­tem lahm­ge­legt haben und somit wahr­schein­lich doch eher die Haupt­ur­sa­che als ein mas­si­ver Hacker­an­griff dar­stel­len könnten

Gui­do Ernst, Vor­sit­zen­der des Bil­dungs­aus­schus­ses im Main­zer Land­tag führt hier­zu aus: „Es gibt pro­fes­sio­nel­le Sys­te­me und pro­fes­sio­nel­le Anbie­ter. Sowohl Ver­wal­tun­gen wie Wirt­schafts­be­trie­be nut­zen die­se und müs­sen dabei daten­schutz­recht­lich ein­wand­frei arbei­ten. War­um soll das für Schu­len nicht mög­lich sein? Die Ablei­tung, dass der Ser­ver der Uni Mainz ange­sichts 32.000 Stu­die­ren­der auch für die zusätz­li­che Grö­ßen­ord­nung von lan­des­weit 565.000 Schü­ler und Lehr­kräf­te aus­reicht, ist nicht nachvollziehbar.“

Zu die­sem The­ma erreich­ten die bei­den Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten und den Vor­sit­zen­den der CDU-Frak­­ti­on im Kreis­tag auch meh­re­re Beschwer­den von Leh­re­rin­nen und Leh­rer der im Ahr­kreis betrof­fe­nen Schu­len. Sie hat­ten kein Ver­ständ­nis dafür, dass ihnen mit Micro­soft Teams ein funk­tio­nie­ren­des Sys­tem genom­men wird. Man kön­ne die Office 365 Edu­ca­ti­on­lizenz A1 inklu­si­ve Teams kos­ten­los nut­zen. Ver­schie­de­ne Ban­ken, Ver­si­che­run­gen, die DB und ande­re wür­den dies auch tun.

Die Ser­ver stün­den außer­dem in Deutsch­land.  Man habe also auch aus Daten­schutz­grün­den hier kei­ne Beden­ken. Auf die Argu­men­te des Daten­schutz­be­auf­trag­ten des Lan­des hin, wen­den die­se Leh­re­rin­nen und Leh­rer ein, dass das Land, wenn ihm die­se Absi­che­run­gen nicht rei­chen, die zum Bei­spiel vie­len Uni­ver­si­tä­ten rei­chen wür­den, man ja mit Micro­soft einen Weg zu wei­te­ren siche­ren Zer­ti­fi­zie­run­gen suchen kön­ne. Außer­dem kön­ne man durch­aus ja auch die Micro­soft Pro­gram­me und die rhein­­land-pfäl­­zi­­schen Lern- und Dis­kus­si­ons­platt­for­men alter­na­tiv oder addi­tiv nutzen.