22. Dezem­ber 2020

Urteil des Verfassungsgerichtshof sagt: „Kommunaler Finanzausgleich in Rheinland-Pfalz ist verfassungswidrig“

Die Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten aus dem Ahr­kreis Gui­do Ernst und Horst Gies sind sich mit der Kan­di­da­tin für den Land­tag Petra Schnei­der (CDU) einig: „ Seit über einem Jahr­zehnt haben wir schon den Ver­fas­sungs­bruch. Die Lan­des­re­gie­rung hat vie­le Kom­mu­nen in die Ver­schul­dung getrieben.“

Das höchs­te rhein­­land-pfäl­­zi­­sche Gericht, der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof, hat in sei­ner bahn­bre­chen­den­Ent­schei­dung die von der Lan­des­re­gie­rung zu ver­ant­wor­ten­de kom­mu­na­le Finanz­aus­stat­tung als ver­fas­sungs­wid­rig ein­ge­stuft. Damit hat er die Lan­des­re­gie­rung ver­pflich­tet den Kom­mu­na­len Finanz­aus­gleich bis Ende 2022 zu reformieren.“

Dazu erklä­ren die Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Gui­do Ernst und Horst Gies: „Vor weni­gen Tagen noch hat die Minis­ter­prä­si­den­tin in ihrer Haus­halts­re­de die Leis­tun­gen ihrer Regie­rung für die Kom­mu­nen über den grü­nen Klee gelobt. Heu­te hat der rhein­­land-pfäl­­zi­­sche Ver­fas­sungs­ge­richts­hof das genaue Gegen­teil fest­ge­stellt. Bereits seit 2007 ver­stößt der von der SPD-geführ­­ten Lan­des­re­gie­rung zu ver­ant­wor­ten­de und ver­fas­sungs­wid­rig fort­ge­schrie­be­ne Kom­mu­na­le Finanz­aus­gleich gegen unse­re Lan­des­ver­fas­sung. Das ist eine neu­er­li­che schal­len­de Ohr­fei­ge für die­se Lan­des­re­gie­rung, die als Dau­er­gast nicht nur vor dem Ver­fas­sungs­ge­richts­hof bereits mehr­fach von den Rich­tern an das gel­ten­de Recht erin­nert wer­den musste.“

Das heu­ti­ge Urteil, so der Vor­sit­zen­de der CDU Frak­ti­on im Land­tag Chris­ti­an Bald­auf, bestä­ti­ge die seit vie­len Jah­ren immer wie­der von der CDU-Lan­d­­tags­­­frak­­ti­on geäu­ßer­te Kri­tik an der man­gel­haf­ten kom­mu­na­len Finanz­aus­stat­tung: „Wir haben nicht zuletzt bereits nach dem Urteil von 2012 mehr­fach dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die nach die­sem Urteil auf Ver­an­las­sung der Lan­des­re­gie­rung vor­ge­nom­me­nen Ände­run­gen des Kom­mu­na­len Finanz­aus­gleichs kei­ne Ver­bes­se­rung brin­gen, da sie die Vor­ga­ben des Gerichts miss­ach­ten und gegen gel­ten­des Recht ver­sto­ßen. Die Fol­ge ist, dass die Kom­mu­nen unter einem Kom­mu­na­len Finanz­aus­gleich lei­den, der seit nun­mehr 13 Jah­ren ver­fas­sungs­wid­rig ist. Die Lan­des­re­gie­rung hat die Kom­mu­nen in die Ver­schul­dung getrieben.“

Die­ses Urteil ist rich­tung­wei­send,“, glaubt auch die Kan­di­da­tin der CDU Petra Schnei­der , die Gui­do Ernst, der im nächs­ten Jahr nicht mehr kan­di­diert, nach­fol­gen will, „das heu­ti­ge Urteil bestä­ti­ge die seit vie­len Jah­ren immer wie­der von der CDU-Lan­d­­tags­­­frak­­ti­on, aber auch der CDU Kreis­tags­frak­ti­on im Kreis Ahr­wei­ler geäu­ßer­te Kri­tik an der man­gel­haf­ten kom­mu­na­len Finanz­aus­stat­tung. Der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Karl-Heinz Sund­hei­mer habe nicht zuletzt bereits nach dem Urteil von 2012 mehr­fach dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die nach die­sem Urteil auf Ver­an­las­sung der Lan­des­re­gie­rung vor­ge­nom­me­nen Ände­run­gen des Kom­mu­na­len Finanz­aus­gleichs kei­ne Ver­bes­se­rung brin­gen, da sie die Vor­ga­ben des Gerichts miss­ach­ten und gegen gel­ten­des Recht ver­sto­ßen. Die Fol­ge ist, dass die Kom­mu­nen unter einem Kom­mu­na­len Finanz­aus­gleich lei­den, der seit nun­mehr 13 Jah­ren ver­fas­sungs­wid­rig ist.“

Dies hät­ten ihr vie­le ehren­amt­li­che Poli­ti­ker aus den Städ­ten und Gemein­den des Krei­ses bestätigt.

Gies und Ernst ergän­zen: „Die­ses Urteil ist rich­tung­wei­send, bedeu­tet eine seit lan­gem über­fäl­li­ge Kehrt­wen­de für unse­rer Kom­mu­nen und ist eine der wich­tigs­ten Ent­schei­dun­gen der zurück­lie­gen­den Jah­re. Ange­sichts der Schwie­rig­keit der Mate­rie wird es nun dar­auf ankom­men, die Ent­schei­dungs­grün­de im Ein­zel­nen zu ana­ly­sie­ren. Klar ist: Der Kom­mu­na­le Finanz­aus­gleich muss so refor­miert wer­den, dass die Kom­mu­nen end­lich ihren Auf­ga­ben ange­mes­sen­fi­nan­zi­ell aus­ge­stat­tet wer­den. Das ist eine gute Nach­richt für die Kommunen.“