14. Dezem­ber 2020

Landtagsabgeordnete Guido Ernst und Horst Gies empört über Aussagen von Bildungsministerin Hubig

Wie die Pres­se berich­te­te füh­len sich  Exper­ten durch eine Pres­se­er­klä­rung  von Frau Hubig falsch wie­der­ge­ge­ben und miss­braucht und wider­spre­chen ihrer Dar­stel­lung. Nach einer Exper­ten­run­de mit Bil­dungs­mi­nis­te­rin Hubig zum Infek­ti­ons­ri­si­ko in Schu­len haben ver­schie­de­ne betei­lig­te Wis­sen­schaft­ler schar­fe Kri­tik an der im Anschluss an die Kon­fe­renz vom Hubig-Minis­­te­­ri­um ver­schick­ten Pres­se­mit­tei­lung geübt.  Meh­re­re Exper­ten wider­spre­chen deut­lich dem Ver­such  sie als Kron­zeu­gen für die per­sön­li­che Hal­tung der Minis­te­rin in Sachen Infek­ti­ons­ri­si­ko in Schu­len und der Ableh­nung von prä­ven­ti­vem und fakul­ta­ti­vem Wech­sel­un­ter­richt zu vereinnahmen.

 Dazu erklärt der Vor­sit­zen­de des bil­dungs­po­li­ti­schen Aus­schus­ses im Land­tag Gui­do Ernst: „Wenn Frau Hubig das Infek­ti­ons­ri­si­ko an Schu­len klein­re­det und sich dage­gen sperrt, Wech­sel­un­ter­richt in Anbe­tracht der lan­des­weit hohen Inzi­den­zen dort zuzu­las­sen, wo er gewollt und umsetz­bar ist, ist das eigent­lich schon schlimm genug. Dass sie aber nun auch noch nam­haf­te Exper­ten miss­braucht und deren Stel­lung­nah­me falsch wie­der­gibt, um ihre eige­ne höchst pro­ble­ma­ti­sche Hal­tung zu unter­mau­ern, ist skan­da­lös gegen­über der Wis­sen­schaft und unver­ant­wort­lich gegen­über Schü­­ler- und Leh­rer­schaft. Die­ses Ver­hal­ten von Frau Hubig beför­dert die Sor­ge einer vor­han­de­nen Gesund­heits­ge­fähr­dung aller am Schul­le­ben Beteiligten.

 Wie sehr Wor­te und Taten bei Frau Hubig aus­ein­an­der­fal­len, zei­ge auch das nach­fol­gen­de Zitat. Am 28. Mai 2020 hat sie in einer Land­tags­de­bat­te zur Bil­dungs­po­li­tik fol­gen­des aus­ge­führt: „Nun sage ich Ihnen noch etwas: Die­sen Weg wer­den wir wei­ter­ge­hen, egal, was Sie sagen. Das ist uns ganz gleich­gül­tig. Wir ach­ten dar­auf, wir hören die Stim­men, wir kom­mu­ni­zie­ren, und wir hören denen zu, die Ahnung und Sach­ver­stand haben. Mit denen kom­mu­ni­zie­ren wir seit zwei­ein­halb Mona­ten so inten­siv wie noch nie zuvor.“

Hier­zu Horst Gies: „ So geht die Minis­te­rin mit Beden­ken von Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten um. In der Pra­xis führt das dann offen­sicht­lich dazu, dass Frau Hubig zwar öffent­lich­keits­wirk­sa­me Exper­ten­run­den durch­führt, die Ergeb­nis­se aber  uminterpretiert.“

 Dazu meint eine der Teil­neh­me­rin­nen der Hubig Video­kon­fe­renz, die Chef­ärz­tin des Insti­tuts für Kran­ken­haus­hy­gie­ne und Mikro­bio­lo­gie der Stif­tung Mathi­as-Spi­­tal in Rhei­ne, Dr. Jana Schroe­der: „… gera­de erhal­te ich Ihre Pres­se­mit­tei­lung und fra­ge mich, ob Sie in einer ande­ren Kon­fe­renz waren als ich? Gleich­wohl steht mein Name dar­un­ter. So funk­tio­niert das also in der Poli­tik – Sie wol­len offen­bar bera­ten wer­den, aber nicht zuhören.“

Gui­do Ernst: „Tat­sa­che ist, dass natür­lich auch in Schu­len Infek­tio­nen statt­fin­den und dass die­se im Ver­gleich zur ers­ten Wel­le der Pan­de­mie zuge­nom­men haben. Allei­ne im Kreis Ahwei­ler sind momen­tan zehn Schu­len betrof­fen. Jede Woche kom­men wie­der ande­re hin­zu. Tat­sa­che ist auch, dass das RKI schon seit Über­schrei­ten des Inzi­denz­wer­tes von 50 die Hal­bie­rung der Klas­sen zur Ver­min­de­rung des Infek­ti­ons­ri­si­kos emp­foh­len hat. Genau das hat Frau Hubig als Sze­na­rio 2 in ihrer eige­nen Leit­li­nie vom 30. Juni auf­ge­nom­men, genau dar­auf haben sich die Schu­len vor­be­rei­tet und genau das lässt Frau Hubig jetzt nicht zu.“

Scharf kri­ti­siert auch die bil­dungs­po­li­ti­sche Spre­che­rin der CDU im Land­tag Anke Beil­stein das Ver­hal­ten der Minis­te­rin: “Frau Hubig ist mit ihrer völ­lig stör­ri­schen per­sön­li­chen Hal­tung der ver­gan­ge­nen Wochen voll­stän­dig geschei­tert. Anstatt mit fle­xi­blen Wech­sel­un­ter­richts­mo­del­len einen Bei­trag zur Pan­de­mie­brem­se zu leis­ten, hat sie hals­star­rig eine schnel­le Ver­klei­ne­rung von Lern­grup­pen durch Wech­sel­un­ter­richt abge­lehnt. Die Noch-Prä­­si­­den­­tin der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz läuft der Ent­wick­lung wie­der ein­mal hin­ter­her und muss jetzt klein­laut ein­räu­men, dass sie auf dem Holz­weg war. Da hat auch die Ver­fäl­schung von Exper­ten­state­ments nichts gehol­fen. Frau Hubig hat wert­vol­le Zeit ver­schenkt und muss sich fra­gen las­sen, wel­cher Anteil an den hohen Infek­ti­ons­zah­len auf ihre Wei­ge­rung zur Risi­ko­mi­ni­mie­rung zurück­zu­füh­ren ist. Gut, dass die Prä­si­dent­schaft der KMK nun tur­nus­ge­mäß wechselt.”

Die erfah­re­nen  Abge­ord­ne­ten fra­gen sich, war­um Frau Hubig sich dage­gen mit Hän­den und Füßen und nun auch noch mit solch unlau­te­ren Mit­teln sträubt. Trieb­fe­der kön­ne natür­lich die Befürch­tung sein, dass beim Wech­sel­un­ter­richt ein­mal mehr deut­lich wür­de, wie zöger­lich das Land bei der Nach­bes­se­rung der digi­ta­len Aus­stat­tung in den ver­gan­ge­nen 8 Mona­ten unter­wegs war.

Aber es geht hier nicht um das Anse­hen von Frau Hubig, son­dern um die Gesund­heit von Schü­­ler- und Leh­rer­schaft“, so Ernst und Gies.