24. Mai 2018

CDU will Berufsorientierung stärken: Landtagsabgeordnete Ernst und Gies setzen sich für bessere Vorbereitung auf Berufseinstieg ein

Die CDU-Lan­d­­tags­­­frak­­ti­on weist in einem neu­en The­sen­pa­pier dar­auf hin, dass seit Jah­ren in Rhein­­land-Pfalz die dua­le Bil­dung sys­te­ma­tisch abge­baut und Abitur und Stu­di­um auf­ge­wer­tet wer­den. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hät­ten mehr jun­ge Men­schen ein Stu­di­um begon­nen als eine dua­le Aus­bil­dung. Gleich­zei­tig wür­den immer mehr Uni­ver­si­tä­ten über eine abneh­men­de Stu­dier­fä­hig­keit der Stu­den­ten, aber auch Aus­bil­dungs­be­trie­be über die man­geln­de Aus­bil­dungs­rei­fe der Bewer­ber kla­gen. Auf der Grund­la­ge die­ser Fest­stel­lun­gen stel­len die CDU-Abge­­or­d­­ne­­ten meh­re­re For­de­run­gen an die Landesregierung.

Unter ande­rem möch­ten sie, dass die „ein­sei­ti­ge Fokus­sie­rung auf die all­ge­mei­ne Hoch­schul­rei­fe als Ziel von Bil­dungs­ge­rech­tig­keit“ auf­ge­ge­ben und ver­stärkt die Kar­rie­re­mög­lich­kei­ten der dua­len Aus­bil­dung her­aus­ge­stellt wer­den. Hier­zu sol­len Eltern und Schü­ler häu­fi­ger und inten­si­ver über Mög­lich­kei­ten der berufs­bil­den­den Schu­len infor­miert wer­den. Für die Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit dem Ziel der Berufs­rei­fe an Real­schu­len plus und Gesamt­schu­len sol­len in den Klas­sen 8 und 9 zwei Pra­xis­ta­ge pro Woche ein­ge­führt wer­den. Außer­dem soll der Wahl­pflicht­be­reich der Gesamt­schu­le ana­log zur Real­schu­le plus stär­ker berufs­ori­en­tier­te Ange­bo­te bereit­hal­ten. Die Digi­ta­li­sie­rung, beson­ders digi­ta­le Kom­pe­ten­zen sol­len an allen Schu­len ver­stärkt aus­ge­baut wer­den. Sie sei­en in den Kanon der All­ge­mein­bil­dung auf­zu­neh­men. Die Digi­ta­li­sie­rung der Arbeits­welt (Indus­trie 4.0) erfor­de­re eben­falls zusätz­li­che Qua­li­fi­ka­ti­ons­pro­fi­le in Aus‑, Fort- und Weiterbildung.

Gui­do Ernst weist beson­ders auf die Bedeu­tung der Berufs­ko­or­di­na­to­ren an den Schu­len hin. Da deren Arbeit enor­mes Zusatz­wis­sen, Kennt­nis­se über Berufs­pro­fi­le, Betriebs­ab­läu­fe und die Ver­net­zung mit regio­na­len Betrie­ben erfor­de­re, for­dert er, zusam­men mit der CDU-Lan­d­­tags­­­frak­­ti­on, die Anrech­nungs­stun­den für die­se Leh­re­rin­nen und Leh­rer dem tat­säch­li­chen Zeit­auf­wand anzu­pas­sen. Sei­nem Kol­le­gen Horst Gies erschei­nen auch die Betriebs­prak­ti­ka, die in den Klas­sen­stu­fen 9 und 10 ver­an­kert wer­den sol­len, beson­ders wich­tig. Hier­für gel­te es aber auch lan­des­weit gel­ten­de Qua­li­täts­kri­te­ri­en festzulegen.

Bei­de beto­nen, dass die Berufs­bil­den­den Schu­len mit ihren viel­fäl­ti­gen Bil­­dungs- und Aus­bil­dungs­an­ge­bo­ten gleich wie die Gym­na­si­en zu behan­deln sind. Dabei müs­se mehr Wert auf eine gute Unter­richts­ver­sor­gung durch Plan­stel­len gelegt wer­den. Auch die Plä­ne zur Redu­zie­rung und Abschaf­fung klei­ner Berufs­schul­klas­sen sei­en nicht zu ver­ste­hen. Man kön­ne den Schü­le­rin­nen und Schü­lern nicht immer wei­te­re Wege zum Unter­richt zumu­ten. Auch am Ganz­tags­schul­pro­gramm sei­en die Berufs­bil­den­den Schu­len gleich­wer­tig zu betei­li­gen, soweit die bei­den Abge­ord­ne­ten und Ihre Fraktion.