27. März 2018

Geplante Änderung des kommunalen Finanzausgleichs durch die Landesregierung bringt den Landkreis Ahrweiler eventuell in finanzielle Schieflage

Die Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Horst Gies und Gui­do Ernst, bei­de CDU, bezeich­nen die geplan­ten Ände­run­gen des kom­mu­na­len Finanz­aus­gleichs ab dem Haus­halts­jahr 2018 als völ­lig inak­zep­ta­bel. Die Plä­ne der Lan­des­re­gie­rung, so die bei­den Lan­des­par­la­men­ta­ri­er, führ­ten dazu, dass den weni­ger Armen Geld zuguns­ten der noch Ärme­ren weg­ge­nom­men wer­de. Im Ergeb­nis wer­de dadurch nichts besser.

Nach den Plä­nen der Lan­des­re­gie­rung sol­len elf kreis­freie Städ­te und ein Land­kreis, die im Bereich der Sozi­al- und Jugend­hil­fe beson­ders hohe Auf­wen­dun­gen haben, aus dem Kom­mu­na­len Finanz­aus­gleich mehr Geld bekom­men. Dies soll über eine Umschich­tung von den Krei­sen zu den kreis­frei­en Städ­ten gesche­hen. Neu­es, fri­sches Geld soll es dafür ganz offen­sicht­lich nicht geben. Damit treibt die Lan­des­re­gie­rung einen Keil zwi­schen die Orts­ge­mein­den, Ver­bands­ge­mein­den und Land­krei­se auf der einen Sei­te und den kreis­frei­en Städ­ten auf der ande­ren Seite.

Zwar wer­den bei die­sem „Rech­­te-Tasche-Lin­­ke-Tasche-Spiel auch die Orts­ge­mein­den begüns­tigt; aller­dings fängt das bei Wei­tem die Min­der­ein­nah­men bei Land­krei­sen und Ver­bands­ge­mein­den nicht auf. So erhal­ten die Orts­ge­mein­den in Rhein­­land-Pfalz fast 41 Mio. EUR mehr. Die Ver­bands­ge­mein­den ver­lie­ren dau­er­haft fast 28 Mio. EUR, die ver­bands­frei­en Gemein­den mehr als 4 Mio. EUR und die Land­krei­se über 71 Mio. EUR. Die hier­aus resul­tie­ren­de Dif­fe­renz erhal­ten die kreis­frei­en Städ­te mit ins­ge­samt rund 61,5 Mio. EUR.

Für den Land­kreis Ahr­wei­ler ergibt sich fol­gen­de Gesamt­aus­wir­kung: der Land­kreis ver­liert vor­aus­sicht­lich gegen­über sei­ner Pla­nung 2,167 Mil­lio­nen sei­ner Ein­nah­men. Das deckt sich nach Infor­ma­tio­nen des Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den der Kreis­tags­frak­ti­on der CDU Karl-Heinz Sund­hei­mer in etwa mit Befürch­tun­gen, die der Käm­me­rer der Kreis­ver­wal­tung Arno Mül­ler und Land­rat Dr. Jür­gen Pföh­ler auch schon bei Bekannt­wer­den der geplan­ten Ände­rung hatten.
Hier wird deut­lich, dass der bereits ver­ab­schie­de­te Haus­halt des Land­krei­ses, wenn die Ände­rung so kommt, kaum zu hal­ten ist. Inwie­weit die Haus­hal­te der Ver­bands­ge­mein­den, bei denen sich auch bei eini­gen ein Ver­lust aus Zuwei­sun­gen ergibt, nach­jus­tiert wer­den müs­sen, wird noch im Ein­zel­fall zu prü­fen sein.

Konn­te man zu den Haus­halt­be­ra­tun­gen noch fest­stel­len, dass sich die kom­mu­na­le Haus­halts­la­ge auf­grund der guten Kon­junk­tur in einem güns­ti­ge­ren Zustand befand, macht die geplan­te Ände­rung alle Anstren­gun­gen zunich­te“, so der Abge­ord­ne­te Gui­do Ernst. „Ich leh­ne die­se Ände­rung ab und for­de­re die Lan­des­re­gie­rung auf, mit eige­nem, fri­schem Lan­des­geld die Schief­la­ge bei den Sozi­al­las­ten zu besei­ti­gen! Die feh­ler­haf­te und kom­mu­nal­feind­li­che Poli­tik der ver­gan­ge­nen Jah­re muss end­lich been­det wer­den. Die Lan­des­re­gie­rung ist auf­ge­for­dert, die Kom­mu­nen end­lich finan­zi­ell ange­mes­sen aus­zu­stat­ten“, so auch der Abge­ord­ne­te Horst Gies abschließend.