28. Novem­ber 2017

Auf Weisung des Innenministers wurde das Einbruchsradar abgeschafft“: Sprecherin Elke Wolber kritisiert den niedrigen Personalstand bei der Polizei

In einem Gespräch mit der Spre­che­rin der Graf­schaf­ter „Bür­ger­hil­fe“, Elke Wol­ber, infor­mier­ten sich die bei­den hei­mi­schen CDU-Lan­d­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­ten Horst Gies und Gui­do Ernst sowie den CDU-Vor­­­si­t­­zen­­de der Graf­schaft, Micha­el Schnei­der, über die Anlie­gen der Initia­ti­ve. Wol­ber ist mit zahl­rei­chen ande­ren, ehren­amt­lich Täti­gen seit eini­gen Jah­ren in den Dör­fern der Graf­schaft aktiv, die durch die Nähe zur Auto­bahn beson­ders gefähr­det gegen Ein­bruch­dieb­stäh­le sind.

Elke Wol­ber: „Wir sind defi­ni­tiv kei­ne ‘Bür­ger­wehr‘, son­dern arbei­ten eng mit der hie­si­gen Poli­zei zusam­men. Wir beob­ach­ten unse­re Umge­bung und gehen in Grup­pen zusam­men spa­zie­ren. Wenn uns bei den Spa­zier­gän­gen etwa dunk­le Häu­ser auf­fal­len, spre­chen wir die Bewoh­ner an und machen sie dar­auf auf­merk­sam mit Licht zu arbei­ten und das Haus nicht unbe­wohnt aus­se­hen zu las­sen. In der dunk­len Jah­res­zeit sind wir ver­stärkt in den Abend­stun­den unter­wegs, wenn die Bür­ger noch nicht zu Hau­se sind“.

Über­ein­stim­mend stell­te Elke Wol­ber gemein­sam mit den bei­den CDU-Abge­­or­d­­ne­­ten fest, dass die Poli­zei­stär­ke im Kreis Ahr­wei­ler nicht aus­rei­chend ist. So gebe es bei Mel­dun­gen durch die Strei­fen­gän­ger oft den Fall, dass Poli­zei­wa­gen nicht oder zu spät ver­füg­bar sind, um in den Dör­fern den Ver­dachts­fäl­len nach­ge­hen zu kön­nen. Gies und Ernst hat­ten dies auch schon im Herbst 2016 bei einer par­la­men­ta­ri­schen Anfra­ge the­ma­ti­siert. Hier­bei hat­te sich unter ande­rem erge­ben, dass die Beam­ten der drei Poli­zei­dienst­stel­len in Rema­gen, Bad Neu­en­­ahr-Ahr­­wei­­ler und Ade­nau über 15.000 Über­stun­den vor sich her schieben.

Auf Kri­tik stößt bei Elke Wol­ber auch, dass das soge­nann­te „Ein­bruchs­ra­dar“, in dem alle Ein­brü­che hier und aus der Umge­bung im Bereich der Poli­zei­di­rek­ti­on Koblenz regel­mä­ßig auf­ge­lis­tet waren, nicht mehr ver­öf­fent­licht wird. Wol­ber zitiert hier­zu eine Ant­wort der Poli­zei Koblenz: „Wir müs­sen lhnen lei­der mit­tei­len, dass der Ein­bruchs­ra­dar auf Wei­sung des Minis­te­ri­ums des Inne­ren tat­säch­lich ein­ge­stellt wur­de und der­zeit eine Wie­der­auf­nah­me auch nicht beab­sich­tigt ist.“ Wol­ber bedau­ert dies, da damit die Bür­ger nicht mehr über den Stand der Din­ge infor­miert sind und damit die Auf­merk­sam­keit gegen­über der Einbruchs­gefahr sin­ken könn­te. Horst Gies und Gui­do Ernst sicher­ten zu, dass sie die­ser Fra­ge nach­ge­hen werden.

Wäh­rend das Land Rhein­­land-Pfalz kei­ne Zuschüs­se für der­ar­ti­ge Bür­ger­hil­fen kennt, hat die Gemein­de Graf­schaft auf Antrag der CDU Gel­der bereit gestellt, um die Ehren­amt­ler mit Taschen­lam­pen aus­zu­rüs­ten oder die not­wen­di­gen Hin­weis­schil­der auf „Wach­sa­me Nach­barn“ zu bezah­len. Der Graf­schaf­ter CDU-Vor­­­si­t­­zen­­de Micha­el Schnei­der dazu: „Wir unter­stüt­zen ger­ne unser Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die sich mehr­mals täg­lich auf die Rund­gän­ge durch unse­re Dör­fer bege­ben und ein waches Auge auf unge­wöhn­li­che Vor­gän­ge haben.“ Horst Gies und Gui­do Ernst abschlie­ßend: „Das The­ma der Sicher­heit der Woh­nun­gen und Häu­ser beschäf­tigt unse­re Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. Die Bemü­hun­gen der Bür­ger­hil­fen müs­sen vom Land end­lich bes­ser unter­stützt werden.“