25. Juli 2016

Landesregierung unterstützt CDU-Abgeordnete in ihrem Protest gegen Bonn-Berlin-Umzugspläne

In einer klei­nen Anfra­ge hat­ten sich die CDU-Wahl­­kreis­a­b­­ge­or­d­­ne­­ten im Kreis Ahr­wei­ler Gui­do Ernst und Horst Gies an die Lan­des­re­gie­rung gewandt und, wie berich­tet, ver­schie­de­ne Fra­gen zu den Plä­nen meh­re­rer Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter gestellt, die einen Kom­plett­um­zug nach Ber­lin for­dern. Die Abge­ord­ne­ten äußer­ten die Befürch­tung, dass vie­le Arbeits­plät­ze für Bür­ge­rin­nen und Bür­ger auch aus dem Ahr­kreis ver­lo­ren gehen könn­ten. Ihre detail­lier­ten Fra­gen konn­ten lei­der wegen z.T. feh­len­der sta­tis­ti­scher Unter­la­gen nicht voll­stän­dig beant­wor­tet wer­den. Die Lan­des­re­gie­rung stell­te sich aber klar hin­ter die Abge­ord­ne­ten mit der Aus­sa­ge, dass der „Sta­tus der Bun­des­stadt Bonn gro­ßen wirt­schaft­li­chen Ein­fluss auf den Nor­den des Lan­des Rhein­­land-Pfalz hat“ und  die Lan­des­re­gie­rung sich gegen alle Über­le­gun­gen wen­de, das Bonn/Berlin Gesetz in Fra­ge zu stellen.

Zu den Ein­zel­fra­gen konn­te sie den bei­den Abge­ord­ne­ten mit­tei­len, dass 1894 Beam­te aus Rhein­­land-Pfalz in Bun­des­be­hör­den nach Bonn pen­deln, davon 662 zu den Dienst­sit­zen der Bun­des­mi­nis­te­ri­en. Sie schreibt wei­ter­hin: „dar­über hin­aus pen­del­ten aus Rhein­­land-Pfalz (Stich­tag 30.Juni 2015) 13.816 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­te nach Bonn. Davon gehö­ren 10.392 in die Kate­go­rie ´Sons­ti­ge Berei­che´ zu denen unter ande­rem der Öffent­li­che Dienst zählt.“ Eine wei­ter­ge­hen­de Dif­fe­ren­zie­rung ermög­li­che die Sta­tis­tik nicht. Der Lan­des­re­gie­rung lie­gen auch kei­ne Zah­len vor, wer aus Rhein­­land-Pfalz noch bei Inter­es­sen­ver­bän­den oder Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen  in Bonn beschäf­tigt ist. Des­halb kön­ne sie kei­ne Aus­sa­gen zu den Aus­wir­kun­gen eines Kom­plett­um­zugs auf die Arbeits­plät­ze machen. Hier­zu weist MdL Horst Gies dar­auf hin, dass es im Ahr­kreis bekannt sei, dass vie­le Men­schen bei Arbeit­ge­bern beschäf­tigt sind, die direkt mit Bun­des­mi­nis­te­ri­en und Bun­des­be­hör­den zusam­men­ar­bei­ten oder als Hand­wer­ker z.B. Auf­trä­ge von ihnen erhalten.

Wich­tig erscheint den Abge­ord­ne­ten Gies und Ernst aber die Fest­le­gung der Lan­des­re­gie­rung auf eine ihrer wei­te­ren Fra­gen, die auf die Ein­stel­lung der Lan­des­re­gie­rung zu einem Kom­plett­um­zug abziel­te. Hier heißt es in der Ant­wort: „Alle Über­le­gun­gen eines Kom­plett­um­zugs der Bun­des­re­gie­rung nach Ber­lin wer­den abge­lehnt.“ Außer­dem beteu­ert die Lan­des­re­gie­rung, dass sie sich mit dem Land Nor­d­rhein-Wes­t­­fa­­len, der Stadt Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Kreis Ahr­wei­ler im regel­mä­ßi­gen Aus­tausch befin­de, um den Fort­be­stand des Bonn-Ber­­lin Geset­zes zu sichern.
MdL Gui­do Ernst sagt hier­zu: „Es ist wich­tig, dass die Lan­des­re­gie­rung in die­ser Fra­ge nicht wankt oder nach­gibt, denn das wür­de dem Nor­den von Rhein­­land-Pfalz erheb­lich scha­den.“ Er weist mit sei­nem Kol­le­gen Gies dar­auf hin, dass der Kreis­tag Ahr­wei­ler sich in die­ser Fra­ge schon mehr­fach per Reso­lu­ti­on posi­tio­niert habe und dass sie gemein­sam mit Land­rat Dr. Jür­gen Pföh­ler auch enga­giert das Posi­ti­ons­pa­pier von Bonn, Rhein-Sieg Kreis und Kreis Ahr­wei­ler ver­tre­ten. „ Hier darf es kein Zurück­wei­chen geben“ ist die Devi­se der bei­den Abgeordneten.