7. März 2016

Freiheit braucht Sicherheit – Polizei stärken: Horst Gies und Guido Ernst im Austausch mit Polizeigewerkschaften

Die bei­den CDU-Lan­d­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­ten Horst Gies und Gui­do Ernst konn­ten am 01. März zu einer Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung zum The­ma „Frei­heit braucht Sicher­heit – Poli­zei stär­ken“ im Hotel Gif­fels „Gol­de­ner Anker“ in Bad Neu­en­­ahr-Ahr­­wei­­ler Ver­tre­ter der Poli­zei­ge­werk­schaf­ten begrüßen.

Chris­ti­an Soulier als Vor­sit­zen­der des Lan­des­ver­ban­des Rhein­­land-Pfalz des Bun­des Deut­scher Kri­mi­nal­be­am­ter (BDK), Lothar But­zen (BDK) und Klaus Spie­ker­mann als Vor­sit­zen­der des Bezirks­ver­ban­des Rhein­­land-Pfal­­z/ Hessen/ Saar­land der DPolG Bun­des­po­li­zei­ge­werk­schaft gaben einen umfas­sen­den Ein­blick in die der­zei­ti­ge Situa­ti­on der Poli­zei in Rhein­­land-Pfalz. Alle Ver­tre­ter mach­ten in ihren Aus­füh­run­gen deut­lich, dass der Zustand der Poli­zei in Rhein­­land-Pfalz hin­sicht­lich der per­so­nel­len und mate­ri­el­len Aus­stat­tung kri­tisch zu betrach­ten sei. „Durch die Spar­maß­nah­men der Lan­des­re­gie­rung im Bereich der Poli­zei in den letz­ten Jah­ren ist die Gebäu­de­aus­stat­tung in Tei­len in einem nicht zufrie­den­stel­len­den Zustand. Reno­vie­run­gen sind mitt­ler­wei­le über­fäl­lig. Hier tre­ten nun Pro­ble­me auf, die bereits seit Jah­ren bestan­den haben“, führ­ten die Poli­zei­ge­werk­schaft­ler aus und ver­wie­sen auf das Bei­spiel der Poli­zei­in­spek­ti­on Mon­ta­baur oder die Gebäu­de der Poli­zei­prä­si­di­en in Koblenz und Lud­wigs­ha­fen. In Mon­ta­baur hat­ten vor kur­zem Poli­zei­be­am­te tech­ni­sche Miss­stän­de und Raum­not beklagt.

Im wei­te­ren Ver­lauf der Dis­kus­si­on wur­de dar­ge­stellt, dass die Per­so­nal­aus­stat­tung der Poli­zei in Rhein­­land-Pfalz unzu­rei­chend ist. Die Anzahl der Voll­zeit­stel­len der Poli­zis­ten sei­en in den ver­gan­ge­nen Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich zurück­ge­gan­gen. „Die Poli­zei ist in Rhein­­land-Pfalz nicht mehr in der Lage, kom­mis­si­ons­fä­hig zu arbei­ten.“ Die Ein­stel­lun­gen von Poli­zis­ten und Poli­­zei-Anwär­­tern sei­en in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu gering gewe­sen. „Die Ein­stel­lungs­pra­xis muss ins­be­son­de­re im Zusam­men­hang mit den anste­hen­den Pen­sio­nie­run­gen und vor dem Hin­ter­grund, dass neu ein­ge­stell­te Poli­­zei-Anwär­­te­­rIn­­nen erst nach Absol­vie­rung der drei­jäh­ri­gen Aus­bil­dung zur Ver­fü­gung ste­hen, gese­hen wer­den. Wer­den genau­so vie­le Beam­te ein­ge­stellt, wie sie aus­schei­den, wird die der­zei­ti­ge per­so­nel­le Man­gel­ver­wal­tung ledig­lich gehal­ten“, führ­ten die Refe­ren­ten aus. Auf Grund der dün­nen Per­so­nal­de­cke haben sich bei den rhein­­land-pfäl­­zi­­schen Poli­zei­be­am­ten mitt­ler­wei­le mehr als 1,7 Mil­li­on Über­stun­den ange­häuft. Eine Ent­las­tung der ange­spann­ten Per­so­nal­si­tua­ti­on sehen die Exper­ten des BDK und der DPolG in einer Erhö­hung der Ein­stel­lungs­zah­len. „Hier­zu gehö­re in der kon­se­quen­ten und nach­hal­ti­gen Umset­zung aber auch die Aus­wei­tung der Aus­bil­dungs­ka­pa­zi­tä­ten an der Landespolizeischule.“

Die ver­tre­te­nen Gewerk­schaf­ten bestärk­ten ihre For­de­rung, dass die­se Dis­kus­sio­nen in der rhein­­land-pfäl­­zi­­schen Poli­tik ange­sichts der Her­aus­for­de­run­gen, vor denen die Poli­zei steht, mit Offen­heit und Trans­pa­renz geführt wer­den muss. Orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät, Ter­ro­ris­mus und Inter­net­kri­mi­na­li­tät (CyberCrime) haben die Anfor­de­run­gen an die Poli­zei in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ste­tig wach­sen las­sen. Orga­ni­sier­te Ban­den­kri­mi­na­li­tät, wel­che sys­te­ma­tisch Ein­brü­che in Pri­­vat- und Geschäfts­häu­sern bege­hen, stel­len die Poli­zei vor immer neue Her­aus­for­de­run­gen und sor­gen für einen hohen Ermitt­lungs­auf­wand. „Ange­sichts der Tat­sa­che, dass die Inno­va­ti­ons­zy­klen der Kri­mi­na­li­tät schnell vor­an­schrei­ten, müs­sen die Ermitt­lungs­me­tho­den mit dem Stand der Tech­nik mit­ge­hen“, geben die Ver­tre­ter der Gewerk­schaf­ten zu beden­ken. Zudem müs­se die Bekämp­fung der Inter­net­kri­mi­na­li­tät ein Auf­ga­ben­schwer­punkt bil­den und die Ermitt­lungs­ar­beit im Bereich des soge­nann­ten „Darknet“ mehr in den Fokus rücken. Hier­zu sei es zwin­gend not­wen­dig, geeig­ne­tes Fach­per­so­nal und ent­spre­chen­de Exper­ten einzustellen.

Horst Gies und Gui­do Ernst dank­ten den Refe­ren­ten abschlie­ßend für den tief­ge­hen­den Ein­blick und die Offen­le­gung der rhein­­land-pfäl­­zi­­schen Män­gel­lis­te. „Es bleibt fest­zu­hal­ten, dass die rot-grü­­ne Lan­des­re­gie­rung die per­so­nel­le und mate­ri­el­le Aus­stat­tung der Poli­zei über Jah­re ver­nach­läs­sigt hat“, so die Christ­de­mo­kra­ten. Die CDU Rhein­and-Pfalz bie­te sich ger­ne als ver­läss­li­cher Part­ner der Poli­zei an und plant, ent­spre­chen­de Schwer­punk­te im Bereich der Sicher­heit zu set­zen. So ist zur Ent­las­tung der Poli­zei so schnell wie mög­lich eine Erhö­hung der aktu­el­len Ver­fü­gungs­stär­ke der Poli­zei um 300 Poli­zis­ten vor­ge­se­hen, sodass zu jeder Zeit die Min­dest­ein­satz­stär­ke von 9.000 Voll­zeit­stel­len nicht unter­schrit­ten wird.