6. Juli 2015

Abgeordnete Horst Gies und Guido Ernst: Gespräche in Berlin setzen wichtige Arbeitsimpulse — Klausurtagung der CDU-Landtagsfraktion in Berlin

Die CDU-Lan­d­­tags­­­frak­­ti­on hat auf ihrer tra­di­tio­nel­len Klau­sur­ta­gung unter Lei­tung der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Julia Klöck­ner in Ber­lin Gesprä­che mit ver­schie­de­nen Kabi­netts­mit­glie­dern geführt. An der Spit­ze Bun­des­kanz­le­rin Dr. Ange­la Mer­kel, zudem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Her­mann Grö­he, Bun­des­land­wirt­schafts­mi­nis­ter Chris­ti­an Schmidt und Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin Andrea Nah­les. Außer­dem ist die Frak­ti­on mit der Staats­mi­nis­te­rin im Aus­wär­ti­gen Amt Prof. Dr. Maria Böh­mer sowie der CDU-Lan­­des­­grup­­pe zusam­men­ge­kom­men und hat die Bot­schaf­te­rin­nen von Est­land und Ruan­da getrof­fen und den Ban­ken­ver­band besucht. 

Die ört­li­chen Abge­ord­ne­ten Ernst und Gies beto­nen, dass die Begeg­nun­gen und Gesprä­che in der Bun­des­haupt­stadt für die kom­men­den Mona­te wich­ti­ge Arbeits­im­pul­se gesetzt hät­ten: ‘Ein sol­cher Aus­tausch ist zur Ver­zah­nung der Sicht­wei­sen von Land und Bund unver­zicht­bar. Denn die Ent­schei­dun­gen, die in Ber­lin getrof­fen wer­den, haben unmit­tel­ba­re Aus­wir­kun­gen vor Ort in Rhein­­land-Pfalz. Umge­kehrt kön­nen wir vie­le Vor­schlä­ge und Anre­gun­gen aus der Regi­on in Ber­lin weitergeben. 

Hier unse­re The­men im Überblick:

— Im Gespräch mit Bun­des­kanz­le­rin Dr. Ange­la Mer­kel zur Flücht­lings­po­li­tik haben wir vor­ge­schla­gen, die Anfor­de­run­gen für Deutsch­leh­rer in Kur­sen für Flücht­lin­ge zu sen­ken. Denn es gibt immer mehr Asyl­be­wer­ber und wir haben Pro­ble­me, genug Dozen­ten mit dem pas­sen­den Stu­di­um ‘Deutsch als Fremd­spra­che’ zu fin­den. Auch eine For­de­rung aus unse­rem 1.Flüchtlingsgipfel ist bei der Kanz­le­rin auf Zustim­mung gesto­ßen. So sol­len künf­tig die beruf­li­chen Fähig­kei­ten von Asyl­be­wer­bern bereits in den Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen erfasst wer-den. Dadurch kön­nen sie bei Aner­ken­nung schnel­ler in den Arbeits­markt inte­griert wer­den. Die CDU-Frak­­ti­on hat die Ankün­di­gung von Ange­la Mer­kel begrüßt, das Per­so­nal im Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge auf­zu­sto­cken. Wir sind uns aber einig, dass jetzt die Lan­des­re­gie­rung aktiv wer­den muss. So brau­chen wir in Rhein­­land-Pfalz ange­sichts der vie­len Asyl­ver­fah­ren mehr Verwaltungsrichter. 

— Mit Staats­mi­nis­te­rin Prof. Dr. Maria Böh­mer haben wir über die geplan­te Kür­zung des Deutsch-Unter­­richts in Frank­reich dis­ku­tiert. Unter ande­rem die­sen Teil der Reform kön­nen wir nicht nach­voll­zie­hen. Bei­de Län­der soll­ten die Spra­che des jewei­li­gen Nach­barn för­dern, da zahl­rei­che Part­ner­schaf­ten auf die gegen­sei­ti­ge Ver­stän­di­gung ange­legt sind. Hier ist auch die rhein­­land-pfäl­­zi­­sche Lan­des­re­gie­rung als Nach­bar­land zu Frank­reich gefor­dert. Sie muss sich stär­ker für die För­de­rung einsetzen. 

Dane­ben hat Maria Böh­mer in ihrer Funk­ti­on als Prä­si­den­tin des UNESCO-Welt­­er­be­­ko­­mi­­tees klar­ge­stellt, dass eine klug abge­stimm­te Mit­tel­rhein­brü­cke nicht den Sta­tus des Tals als Welt­erbe gefähr­den würde. 

— Die ärzt­li­che Ver­sor­gung im länd­li­chen Raum ist eines der The­men, das wir mit Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Her­mann Grö­he bespro­chen haben. Die CDU-Frak­­ti­on und Minis­ter Grö­he for­dern, dass es in allen Bun­des­län­dern einen Lehr­stuhl für All­ge­mein­me­di­zin geben muss, der dann auch besetzt sein muss. Denn in den länd­li­chen Regio­nen wer­den vor allem All­ge­mein­me­di­zi­ner gebraucht. Zudem müs­sen Demenz­kran­ke noch stär­ker in den Blick genom­men wer­den, was deren Betreu­ung angeht. Bei der Gestal­tung neu­er Wohn­quar­tie­re muss die Pfle­ge­be­dürf­tig­keit stär­ker berück­sich­tigt wer­den, for­dert die CDU-Frak­­ti­on. Wir begrü­ßen die Ankün­di­gung von Minis­ter Grö­he, das Leis­tungs­vo­lu­men der Pfle­ge­ver­si­che­rung um 20 Pro­zent auszuweiten. 

— Im Gespräch mit Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin Andrea Nah­les zum The­ma Min­dest­lohn haben wir erläu­tert, dass es gera­de mit Blick auf die rhein­­land-pfäl­­zi­­sche Land­wirt­schaft noch Anpas­sungs­be­darf gibt. Die Mit­ar­beit von Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, bei denen gar nicht rich­tig zwi­schen Fami­­li­en- und Betriebs­ar­beit unter­schie­den wer­den kann, muss ange­passt wer­den. Frau Nah­les hat um kon­kre­te Bei­spie­le gebe­ten, die wir ihr zeit­nah lie­fern wer­den. Sie hat uns zuge­sagt, dass sie sich vor­stel­len kön­ne, hier eine pra­xis­ge­rech­te Anpas­sung vor­zu­neh­men. Auch bei der Arbeits­zeit­re­ge­lung scheint sich bei der Minis­te­rin ein Umden­ken ein­zu­stel­len. Auf­grund der Wit­te­rung kann es gera­de in Ern­te­zei­ten not­wen­dig sein, in Aus­nah­me­fäl­len län­ger als zwölf Stun­den zu arbei­ten. Hier hat sie fest­ge­stellt, dass das Ein­ho­len einer Son­der­ge­neh­mi­gung im Vor­hin­ein unrea­lis­tisch ist. Frau Nah­les hat des­halb beim Vor­schlag der CDU-Frak­­ti­on, hier die Vor­schrif­ten an die Pra­xis anzu­pas­sen, Offen­heit signalisiert. 

— Beim Besuch in der Bot­schaft von Est­land hat uns Bot­schaf­te­rin Dr. Kaja Tael geschil­dert, wie kon­se­quent sich das Land zu einem Vor­rei­ter im digi­ta­len Leben ent­wi­ckelt hat, hin zu ‘E‑Estonia’. So gibt es für alle Bür­ger einen kos­ten­lo­sen Inter­net­zu­gang. Die Mehr­heit des Lan­des ist bereits heu­te mit einer Geschwin­dig­keit von 100 Mbit ver­sorgt. Die CDU-Frak­­ti­on regt einen ver­stärk­ten Aus­tausch bis hin zu einer beson­de­ren Part­ner­schaft an. Bei­de, Rhein­­land-Pfalz und Est­land, könn­ten dabei viel von­ein­an­der lernen. 

— Im Gespräch mit Andre­as Kraut­scheid und Dr. Micha­el Kem­mer vom Bun­des­ver­band deut­scher Ban­ken haben wir die Bedeu­tung der aktu­el­len Nied­rig­zins­pha­se für Rhein­­land-Pfalz ange­spro­chen. Denn trotz die­ser his­to­risch nied­ri­gen Zin­sen und Rekord­steu­er­ein­nah­men gelingt es der Lan­des­re­gie­rung nicht, ohne neue Schul­den aus­zu­kom­men. Dies ist eine ver­pass­te Chan­ce zu Las­ten künf­ti­ger Genera­tio­nen. Die CDU-Frak­­ti­on hat gegen­über dem Ban­ken­ver­band außer­dem betont, dass auch in Zukunft eine flä­chen­de­cken­de Ver­sor­gung mit Bank­dienst­leis­tun­gen in Rhein­­land-Pfalz gewähr­leis­tet sein muss. 

— Mit der rhein­­land-pfäl­­zi­­schen CDU-Lan­­des­­grup­­pe im Deut­schen Bun­des­tag unter der Lei­tung von Staats­se­kre­tär Peter Ble­ser haben wir uns zum Wein­ge­setz und der För­de­rung des länd­li­chen Raums aus­ge­tauscht. Zum Ver­kehrs­we­ge­plan ist unse­re gemein­sa­me Posi­ti­on klar: Die Lan­des­re­gie­rung hat es bei der Anmel­dung der Pro­jek­te in Rhein­­land-Pfalz ver­säumt, eine Prio­ri­sie­rung vorzunehmen. 

Wir haben eine wei­ter­hin enge Zusam­men­ar­beit und Abstim­mung ver­ein­bart. Bei der gemein­sa­men Sit­zung haben wir auch die ruan­di­sche Bot­schaf­te­rin Chris­ti­ne Nku­likiy­in­ka ver­ab­schie­det, die Deutsch­land in Rich­tung Skan­di­na­vi­en ver­las­sen wird.’