23. Mai 2013

Nur zufriedene Lehrer sind gute Lehrer — Lehrer als Leiharbeiter / CDU fragt nach

In den Bür­ger­sprech­stun­den der Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Gies und Ernst häu­fen sich die Schil­de­run­gen von Leh­rern, die Sor­ge um ihre Zukunft haben. ‘Vie­le jun­ge Lehr­kräf­te leben nur noch von Kurz­zeit­ver­trag zu Kurz­zeit­ver­trag, weil die Lan­des­re­gie­rung in Mainz als Arbeit­ge­ber befris­te­te Ver­trä­ge abschließt. Bis zu acht Ket­ten­ver­trä­ge hin­ter­ein­an­der sind dabei kei­ne Sel­ten­heit’, erklärt Ernst. Unter sol­chen Rah­men­be­din­gun­gen sei es schwie­rig, Sou­ve­rä­ni­tät vor einer Klas­se aus­zu­strah­len, eine Fami­lie zu grün­den und Wur­zeln zu schla­gen. Nur zufrie­de­ne Leh­rer könn­ten ihren Beruf unbe­fan­gen und gut aus­üben. Leh­rer, die als moder­ne Leih­ar­bei­ter unter einer rot-grü­­nen Lan­des­re­gie­rung arbei­ten, sei­en ver­ständ­li­cher­wei­se auch mit eige­nen Sor­gen belas­tet, wie sie bei­spiels­wei­se in den Feri­en ihre Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge zah­len sollen.

‘Die Lan­des­re­gie­rung setzt Leh­rer über die Som­mer­fe­ri­en auf die Stra­ße, um Kos­ten zu spa­ren’, erklärt der ört­li­che Abge­ord­ne­te der CDU-Lan­d­­tags­­­frak­­ti­on, Horst Gies MdL. Laut Bun­des­agen­tur für Arbeit stei­ge die Leh­rer­ar­beits­lo­sig­keit auch in Rhein­­land-Pfalz über die Som­mer­fe­ri­en sprung­haft an. Auch im Kreis Ahr­wei­ler dro­he vie­len Leh­rern mit befris­te­ten Ver­trä­gen die Sommerarbeitslosigkeit.

Gies fragt nach und möch­te von der Lan­des­re­gie­rung wis­sen, wie vie­le Leh­rer im Kreis von die­ser Pra­xis betrof­fen sind. ‘Die Lan­des­re­gie­rung muss die Zah­len offen legen, nicht schön reden’, erklärt Gies. 

‘Die Minis­ter­prä­si­den­tin misst hier mit zwei­er­lei Maß. Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, wet­tert sie gegen Leih­ar­beit und Ket­ten­ver­trä­ge in der Wirt­schaft, aber selbst, als Arbeit­ge­be­rin der Lan­des­be­diens­te­ten, schickt sie die Leh­rer ohne Ver­trag am 1. Juli arbeits­los nach Hau­se. Wer Glück hat, bekommt kurz vor Feri­en­en­de dann einen Anschluss­ver­trag. Das ist Leih­ar­beit, das sind befris­te­te Ket­ten­ver­trä­ge’, ärgert sich Gui­do Ernst.

Die Lan­des­re­gie­rung habe bewusst die­se Form der Beschäf­ti­gung gewählt, die zu pre­kä­ren Arbeits­ver­hält­nis­sen für Leh­rer ohne Fest­an­stel­lung füh­re, um die Sozi­al­kos­ten in den Feri­en zu spa­ren. Wenn das ein Unter­neh­mer in der Wirt­schaft mache, gebe es zu Recht einen Auf­schrei. War­um blei­be hier aber der Auf­schrei der Minis­ter­prä­si­den­tin aus? 

‘Die CDU-Lan­d­­tags­­­frak­­ti­on legt Wert dar­auf, dass mit Leh­rern ordent­lich umge­gan­gen wird und setzt sich seit Jah­ren für einen fes­ten Ver­tre­tungs­leh­rer­pool ein, der befris­te­te Ver­trä­ge für Ver­tre­tungs­leh­rer nahe­zu über­flüs­sig macht’, erklä­ren Ernst und Gies.