5. März 2013

CDU-Landtagsfraktion ergreift Gesetzesinitiative — Bürgerinnen und Bürger sollen zu Hause entscheiden können

Die CDU-Lan­d­­tags­­­frak­­ti­on bringt einen eige­nen Ent­wurf zur Ände­rung des Kom­mu­nal­wahl­ge­set­zes in den Land­tag ein. Ziel ist es, bei den nächs­ten Kom­mu­nal­wah­len den Bür­ge­rin­nen und Bür­ger das Wäh­len zu Hau­se zu ermög­li­chen. Dar­auf haben die CDU-Lan­d­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­ten Gui­do Ernst und Horst Gies hingewiesen.

‘Die Zah­len bele­gen, dass seit vie­len Jah­ren bei den Kom­mu­nal­wah­len stär­ker als bei allen ande­ren Wah­len die Betei­li­gung der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zurück­geht. Seit den Ergeb­nis­sen der Kom­mu­nal­wah­len 1999 hat die CDU des­halb das The­ma ‘Wäh­len zu Hau­se’ in die poli­ti­sche Dis­kus­si­on ein­ge­bracht. Doch die SPD-geführ­­ten Lan­des­re­gie­run­gen blo­ckie­ren seit 14 Jah­ren die­sen wich­ti­gen Schritt zu mehr Bür­ger­be­tei­li­gung. In unse­rem neu­en Gesetz­ent­wurf müs­sen die Koali­ti­ons­frak­tio­nen jetzt Far­be beken­nen. Wol­len Sie die­sen Schritt zu mehr Bür­ger­nä­he, der sofort umge­setzt wer­den könn­te, oder pfle­gen Sie lie­ber Ihre Pres­ti­ge­pro­jek­te in der Enquete-Kom­­mis­­si­on ‘Bür­ger­be­tei­li­gung’ wie das Wahl­recht ab 16 und Wahl­mög­lich­kei­ten für Nicht-EU-Ausländer?’

Horst Gies ver­wies dar­auf, dass die Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler, die hun­der­te von Stim­men ver­ge­ben soll­ten, Orts­vor­ste­her, Gemein­­de- und Stadt­rä­te sowie Kreis­ta­ge wäh­len und sich noch für die Par­tei­en ent­schei­den müss­ten, leicht abge­schreckt wür­den, über­haupt wäh­len zu gehen. Kein Wahl­ver­fah­ren im poli­ti­schen Sys­tem der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land sei für den abstim­men­den Bür­ger, bei­spiels­wei­se durch das Kumu­lie­ren und Pana­schie­ren, so kom­pli­ziert wie das Kom­mu­nal­wahl­recht. Zum Teil lan­ge War­te­schlan­gen vor den Wahl­lo­ka­len täten ihr Übri­ges. Dies gel­te vor allem in den Orts­ge­mein­den, in denen die Gemein­de­rä­te in Mehr­heits­wahl gewählt wür­den und die Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler auf einem lee­ren amt­li­chen Stimm­zet­tel in der Wahl­ka­bi­ne durch hand­schrift­li­che Ein­tra­gun­gen die Rats­mit­glie­der wäh­len müss­ten. Dort sei die Zahl der ungül­ti­gen Stimm­ab­ga­ben bei den letz­ten Wah­len mas­siv ange­stie­gen. Dazu kom­me eine Zunah­me der Wahl­ent­hal­tung und der Anteil der Brief­wäh­ler habe stark zu genom­men. Ein Anteil von Brief­wah­len von über 30 Pro­zent bei den ver­gan­ge­nen drei Kom­mu­nal­wah­len sei­en des­halb kei­ne Seltenheit. 

Des­halb, so Gui­do Ernst, sol­le den Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler wie in Baden-Wür­t­­te­m­­berg, durch die jewei­li­ge Stadt oder Gemein­de etwa eine Woche vor der Wahl ihre Stimm­zet­tel und ein Merk­blatt mit Hin­wei­sen zur Stimm­ab­ga­be über­sandt wer­den. So könn­ten sich die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in Ruhe auf den Urnen­gang vor­be­rei­ten und dann den Wahl­zet­tel abge­ben. Natür­lich blei­be es den Wäh­le­rin­nen und Wäh­lern unbe­nom­men, auch erst im Wahl­lo­kal abzustimmen. 

In der Geset­zes­in­itia­ti­ve der CDU-Lan­d­­tags­­­frak­­ti­on, so Gies, sol­le erreicht wer­den, dass sich die Wahl­be­rech­tig­ten schon vor der Wahl mit der schwie­ri­gen Abstim­mungs­tech­nik kon­kret ver­traut machen könn­ten. Außer­dem wer­de es älte­ren und beein­träch­tig­ten Men­schen erleich­tet, ihr Wahl­recht aus­zu­üben. Dazu kom­me, dass das auf­wen­di­ge Brief­wahl­ver­fah­ren, vor dem vie­le älte­re Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler sei­ner Kom­pli­ziert­heit wegen zurück­schreck­ten, ver­mie­den wür­de. Beden­ken, dass es zu Miss­brauch bei der erleich­ter­ten Wahl kom­men könn­te, wider­le­ge das Bei­spiel Baden-Wür­t­­te­m­­berg, wo das Wäh­len zu Hau­se seit über 30 Jah­ren prak­ti­ziert wer­de. Dor­ti­ge Erfah­run­gen mit der Ver­sen­dung von Stimm­zet­teln vor der Wahl hät­ten gezeigt, dass es kei­nen Anstieg des Miss­brauchs gebe. Viel­mehr wer­de die Ver­sen­dung der Stimm­zet­tel vor der Wahl von den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern als ‘demo­kra­ti­sche Dienst­leis­tung’ ver­stan­den, mit der gewis­sen­haft umge­gan­gen werde.