5. März 2013

Abgeordnete Guido Ernst und Horst Gies: Leistung muss vergleichbar bleiben — Abschaffung des Sitzenbleibens und der Schulnoten

Schü­ler wol­len wis­sen wo sie ste­hen, ihre Eltern auch. Des­halb ist es fahr­läs­sig, ihnen die Mög-lich­­keit einer kla­ren Ori­en­tie­rung zu neh­men’, erklärt der Abge­ord­ne­te der CDU-Lan­d­­tags-frak­­ti­on, Gui­do Ernst MdL. Damit spricht er sich klar gegen die rot-grü­­nen Plä­ne ‘aus der Mot-ten­­kis­­te der 70er Jah­re’ aus, wonach die Noten­ge­bung und die Mög­lich­keit zur Klas­­sen­­wie­­der­ho-lung in Rhein­­land-Pfalz schritt­wei­se abge­schafft wer­den sol­len. Sit­zen­blei­ben sei — nach vie­len För­der­ver­su­chen und meh­re­ren Fün­fen auf dem Zeug­nis — eine Mög­lich­keit, einem jun­gen Men-schen die Chan­ce zum Anschluss durch Klas­sen­wie­der­ho­lung zu geben. Wenn sich der Ler­­ner-folg in der aktu­el­len Klas­se nicht mehr ein­stel­le, weil die Wis­sens­lü­cken zu groß gewor­den sei­en, kön­ne ein Neu­start gut tun. Schü­lern kön­ne so der täg­li­che Druck genom­men wer­den: ‘Es kann befrei­end wir­ken, nicht mehr der Letz­te, der etwas ver­steht, und der Schlech­tes­te bei den Klas-sen­ar­­bei­­ten zu sein. Eine Ehren­run­de ist ein päd­ago­gi­sches Instru­ment, von dem Leh­rer schon jetzt nur zurück­hal­tend Gebrauch machen. Aber eine Ehren­run­de ist alle­mal bes­ser als einen Schü­ler mit Ach und Krach von einer Klas­se in die nächs­te zu hie­ven und die Wis­sens­lü­cke wird immer grö­ßer. Das Abschaf­fen von Noten und dem Sit­zen­blei­ben löst kei­ne Pro­ble­me, son­dern ver­schiebt sie nur in die Zukunft ‘, so Ernst.

Die SPD-geführ­­te Lan­des­re­gie­rung und mit ihr Frau Drey­er an der Spit­ze, woll­ten mit dem Kopf durch die ideo­lo­gi­sche Wand zulas­ten der Kin­der: ‘Falsch ver­stan­de­ne Sozi­al­ro­man­tik birgt eine trü­ge­ri­sche Sicher­heit, die es so nicht gibt. Anstren­gung und Leis­tung sind nichts Unan­stän­di­ges, son­dern not­wen­dig. Schu­le muss auf das Leben, die Aus­bil­dung und den Beruf vor­be­rei­ten. Man soll­te sie nicht von der Lebens­wirk­lich­keit abkop­peln’, for­dert Horst Gies.

Qua­li­täts­ab­sen­kun­gen lehnt Gies ent­schie­den ab: ‘Wer das Sit­zen­blei­ben abschafft, muss in der Kon­se­quenz auch die Noten­ge­bung abschaf­fen und letzt­lich wer­den Abschluss­prü­fun­gen rela­­ti-viert. Die Qua­li­täts­spi­ra­le nach unten ist vor­pro­gram­miert’. Es soll­ten ja auch die­je­ni­gen nicht oh-ne Abschluss blei­ben, die all die Jah­re mit erheb­li­chen Wis­sens­lü­cken von einer Klas­se in die nächs­te ver­setzt wür­den. ‘Aber wie viel Wis­sen ist dann noch im Abschluss drin’, fragt Gies.

Bei allen Schwä­chen sei die Noten­ge­bung und damit auch die Mög­lich­keit zur Klas­­sen­­wie­­der­ho-lung das ver­ständ­lichs­te und trans­pa­ren­tes­te Instru­ment zur Selbst­ein­schät­zung. Das bele­ge auch die aktu­el­le Unzu­frie­den­heit von Leh­rern und Eltern mit den Ver­bal­be­ur­tei­lun­gen. ‘Kein Schü­ler wird leicht­fer­tig in die Ehren­run­de geschickt. Aber nicht jede Fünf kann im Klas­sen­ver­band durch mehr indi­vi­du­el­le För­de­rung ver­bes­sert wer­den. In der Mit­tel­stu­fe sit­zen drei­ßig Schü­ler in einer Klas­se. Der Unter­richts­aus­fall in Rhein­­land-Pfalz ist enorm. Die Lan­des­re­gie­rung streicht 2 000 Leh­rer­stel­len, ver­spricht aber mehr indi­vi­du­el­le För­de­rung. Die­se Rech­nung kann nicht auf­ge­hen. Da muss selbst eine Lan­des­re­gie­rung nach­sit­zen’, befin­det Gui­do Ernst.