28. Febru­ar 2012

Scharia-Vorschläge Hartloffs aus frauenpolitischer Sicht äußerst gefährlich — Gegen Beschränkung der Frauenrechte

Die stell­ver­tre­ten­de CDU Kreis­vor­sit­zen­de Ingrid Näkel-Sur­­ges hält den Vor­stoß des rhein­­land-pfäl­­zi­­schen Jus­tiz­mi­nis­ters, Jochen Hart­loff, für isla­mi­sche Scha­­ria-Schied­s­­ge­­rich­­te in Deutsch­land aus frau­en­po­li­ti­scher Per­spek­ti­ve für äußerst bedenklich.
Die Beschrän­kung der Frau­en­rech­te ist für das isla­mi­sche Recht kenn­zeich­nend, des­halb for­dert die Christ­de­mo­kra­tin alle Frau­en auf, sich gegen den Vor­schlag des SPD-Minis­­ters zur Wehr zu setzen:

‘Mit sei­nen Äuße­run­gen zur Scha­ria ist der Jus­tiz­mi­nis­ter uns Frau­en bedin­gungs­los in den Rücken gefal­len. Schließ­lich for­dert Hart­loff die gesell­schaft­li­che Öff­nung für ein dis­kri­mi­nie­ren­des Ehr- und Rechts­ver­ständ­nis, das frau­en­ver­ach­ten­de ‚Ehren­mor­de’ bil­ligt und die recht­li­che Unter­drü­ckung von Frau­en vor­sieht. Mit dem Wer­te­sys­tem der deut­schen Rechts­ord­nung ist die isla­mi­sche Rechts­leh­re in wei­ten Tei­len nicht ver­ein­bar. Aus recht­li­cher und gesell­schaft­li­cher Per­spek­ti­ve wird Frau­en in der Scha­ria ledig­lich eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le zuteil. Sie sind immer einem Mann zuge­ord­net – als Toch­ter eines Vaters, Schwes­ter eines Bru­ders und Frau eines Ehe­manns. Dies hat enor­me, nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf das täg­li­che Leben. 

In der Tat sieht die Scha­ria bei Ehe­bruch noch immer die Stei­ni­gung der Ehe­frau vor. Gera­de wir Frau­en müs­sen dem Vor­schlag Hart­loffs daher ableh­nend gegen­über­tre­ten. Das, was wir an Frau­en­rech­ten und all­ge­mein aner­kann­ten Geset­zes­struk­tu­ren in lan­gen kul­tu­rel­len Pro­zes­sen erwirkt haben, dür­fen wir nicht durch die unüber­leg­te Idee des rhein­­land-pfäl­­zi­­schen Jus­tiz­mi­nis­ters aufs Spiel set­zen’, so Ingrid Näkel-Sur­­ges. Der CDU Kreis­vor­stand möch­te die­ses The­ma auch bei der nächs­ten Vor­stand­sit­zung der CDU diskutieren.