3. Okto­ber 2008

Wilhelm Josef Sebastian überzeugt sich selbst von der Annäherung zwischen Taiwan und China — Intensiver Meinungsaustausch

Eine Woche lang besuch­te eine Dele­ga­ti­on des Par­la­men­ta­ri­schen Freun­des­krei­ses Ber­­lin-Tai­­pei unter der Lei­tung des CDU-Bun­­­des­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­ten Wil­helm Josef Sebas­ti­an Tai­wan. Im Mit­tel­punkt der Rei­se stan­den Gesprä­che über die Bezie­hun­gen Tai­wans zur Volks­re­pu­blik Chi­na, über Tai­wans Eigen­stän­dig­keit und inter­na­tio­na­len Hand­lungs­spiel­raum und über Umwelt- und Energiepolitik.

Der Besuch der deut­schen Abge­ord­ne­ten wur­de von tai­wa­ni­scher Sei­te als sehr hoch­ran­gig wahr­ge­nom­men. Sebas­ti­an und sei­ne Kol­le­gen führ­ten Gesprä­che mit dem Staats­prä­si­den­ten Ma, dem Par­la­ments­prä­si­den­ten, dem Außen­mi­nis­ter und der Minis­te­rin für die Ange­le­gen­hei­ten Fest­land­chi­nas, sowie dem Gene­ral­se­kre­tär der Regie­rungs­par­tei Kuomintang und zahl­rei­chen tai­wa­ni­schen Abge­ord­ne­ten. Es fand ein inten­si­ver Mei­nungs­aus­tausch statt, u.a. über die aktu­el­len poli­ti­schen Ent­wick­lun­gen in Tai­wan seit den Wah­len im Früh­jahr 2008.

Die vor­her regie­ren­de Demo­kra­ti­sche Fort­schritts­par­tei (DPP) wur­de im Früh­jahr kom­plett von der kon­ser­va­ti­ve­ren jetzt regie­ren­den Kuomintang abge­löst. Seit­dem haben sich die Bezie­hun­gen zu der Volks­re­pu­blik merk­lich ent­spannt. Die ‘Poli­tik der klei­nen Schrit­te’ des Kuomintang-Staats­­­prä­­si­­den­­ten Ma zeigt Erfolg. Tai­wan kon­zen­triert sich dar­in auf den Sta­tus quo, was bedeu­tet, dass es kei­ne Ver­ei­ni­gung mit der Volks­re­pu­blik geben wird, aber auch kei­ne Unab­hän­gig­keit Tai­wans. Allen Skep­ti­kern zum Trotz, die schon befürch­tet hat­ten, dass die Kuomintang zu gro­ße Zuge­ständ­nis­se an die Volks­re­pu­blik Chi­na machen wür­de, betont Ma immer wie­der, dass Fest­land­chi­na gegen­über Tai­wan kei­ne Gewalt anwen­den darf und dass die Eigen­stän­dig­kei­ten und bis­he­ri­gen Errun­gen­schaf­ten der jun­gen Demo­kra­tie Tai­wan unan­tast­bar sein müssen.

Die deut­sche Dele­ga­ti­on unter der Lei­tung Sebas­ti­ans begrüß­te aus­drück­lich die­se Ent­wick­lung seit den Wah­len. Die­se stellt eine wich­ti­ge Grund­la­ge für die Ent­span­nung in der gesam­ten Tai­wan­stra­ße dar.