28. August 2008

Bahnverkehr: CDU will alle Fakten — Zunahme von Lärmbelästigungen befürchtet

Laut Pro­gno­sen wird der Bahn­ver­kehr auch in Rhein­­land-Pfalz wei­ter zuneh­men. Doch schon jetzt kla­gen Bür­ger ver­mehrt über star­ke Lärm­be­las­tun­gen. Und regel­mä­ßig wer­den Schä­den an Gebäu­den gemel­det – jetzt will die CDU die vol­le Wahr­heit über den Bahn­ver­kehr und sei­ne Fol­gen wissen. 

42 Fra­gen umfasst des­halb eine Gro­ße Anfra­ge der CDU-Frak­­ti­on im Land­tag. Einen gro­ßen Teil davon machen Fra­gen zum Lärm­schutz aus. ‘Wir wis­sen, dass die Bahn in der Ver­gan­gen­heit schon Schall­mes­sun­gen durch­ge­führt hat’, sagt der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Gui­do Ernst, ‘doch wir wol­len umfas­sen­de Infor­ma­tio­nen dar­über, wie die Bahn mit dem The­ma Lärm­be­las­tun­gen umgeht’. So wol­len die Christ­de­mo­kra­ten etwa wis­sen, in wel­chem Umfang wei­te­re Schall­mes­sun­gen vor­ge­nom­men wer­den sol­len. ‘Wir fürch­ten natür­lich, dass mit der pro­gnos­ti­zier­ten Zunah­me des Bahn­ver­kehrs, auch die Lärm­be­läs­ti­gung zuneh­men wird’, nennt der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Wal­ter Wirz einen wei­te­ren Grund für die Anfra­ge. Statt einer Zunah­me der Lärm­be­läs­ti­gung müs­se genau das Gegen­teil der Fall sein. Des­halb soll die Lan­des­re­gie­rung erklä­ren, ‘wel­che wei­te­ren Lärm­schutz­maß­nah­men geplant sind’, so Wirz weiter.

Das The­ma Bahn­lärm ist eine unend­li­che Geschich­te. ‘Unse­re und die Geduld vie­ler Bür­ger ist am Ende’, macht Gui­do Ernst sei­nen Unmut deut­lich. ‘Hier und da gab es zwar Ver­bes­se­run­gen, ins­ge­samt hal­ten wir aber die Maß­nah­men für Kos­me­tik. Wir ver­mis­sen ein grund­sätz­li­ches Her­an­ge­hen an das Pro­blem.’ Des­halb sol­len alle Fak­ten auf den Tisch: ‘Wir wol­len wis­sen, wel­chen maxi­ma­len Lärm­wer­ten die Bür­ger aus­ge­setzt wer­den. Die Lan­des­re­gie­rung muss uns sagen, wo die lär­min­ten­sivs­ten Stre­cken im Lan­de sind.’ Auch fragt die Frak­ti­on nach wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en zum The­ma Bahn­lärm und deren Bewer­tung durch die Landesregierung.

Grund­sätz­lich begrü­ßen Gui­do Ernst und Wal­ter Wirz unter ver­­­kehrs- und umwelt­po­li­ti­schen Gesichts­punk­ten natür­lich, dass Ver­kehr von der Stra­ße auf die Schie­ne ver­la­gert wer­de. ‘Doch die Lan­des­re­gie­rung muss uns sagen, wie sie grund­sätz­lich zu dem Pro­blem des Bahn­ver­kehrs und sei­nen Fol­gen steht’, for­dert Ernst. ‘Das stän­di­ge Aus­wei­chen muss ein Ende haben. Die Regie­rung muss erklä­ren, wel­che Maß­nah­men sie bei­spiels­wei­se zur Ent­las­tung der beson­ders stark belas­te­ten Bahn­stre­cken im Rhein­tal for­dert, för­dert oder befürwortet.’

Bei­de Abge­ord­ne­te ver­wei­sen in die­sem Zusam­men­hang auf Vor­schlä­ge der CDU. ‘Wir brau­chen für den Güter­ver­kehr im Rhein­tal kurz­fris­tig Ent­las­tung. Dies könn­te nach Mei­nung der Christ­de­mo­kra­ten etwa über die stär­ke­re Nut­zung der Eifel­stre­cke Köln-Trier-Saar­­brü­­cken gesche­hen. Aller­dings gehe es kei­nes­falls ohne neue Stre­cken, so Wal­ter Wirz. Die von der SPD vor­ge­schla­ge­ne Neu­bau­stre­cke ent­lang der A 61 wer­de, wenn sie über­haupt finan­ziert wer­den kön­ne, nur lang­fris­tig Ent­las­tung schaf­fen. ‘Wir brau­chen die Ent­las­tung aber schon in 2–3 Jah­ren’, so die CDU-Lan­d­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­ten abschließend.