26. Febru­ar 2008

Vernetzung der Beteiligten ist sinnvoller Ansatz — CDU-Kreisverband Ahrweiler mit einer Bestandaufnahme zum Thema ‘Jugendgewalt’

Eines viel­schich­ti­gen The­mas nah­men sich jetzt die Christ­de­mo­kra­ten im Kreis Ahr­wei­ler an. ‘Gewalt an Schu­len, Gewalt unter Jugend­li­chen — was kön­nen wir tun?’, so lau­tet der Titel eine mit fünf Exper­ten ver­se­he­nen Dis­kus­si­ons­run­de unter Mode­ra­ti­on des stell­ver­tre­ten­den CDU-Kreis­­vor­­­si­t­­zen­­den Karl-Heinz Sund­hei­mer. Am Tisch saßen Nor­bert Puth von der Poli­zei­di­rek­ti­on May­en, Schul­so­zi­al­ar­bei­te­rin Doro­thea Esser-Glagow, Jugend­pfle­ger Jür­gen Schwarz­mann, Huber­tus Rau­bal von der Opfer­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on ‘Wei­ßer Ring’ sowie der Straf­ver­tei­di­ger Joa­chim Titz. Sund­hei­mer beton­te, dass es den Christ­de­mo­kra­ten um eine offe­ne Bestands¬aufnahme der Situa­ti­on im Kreis Ahr­wei­ler gehe, man wol­le sich jedoch deut­lich von den Dis­kus­sio­nen der letz­ten Mona­te anders­wo zum The­ma abgrenzen.

Eine beru­hi­gen­de Mit­tei­lung stand am Beginn der Dis­kus­si­on. Jugend¬gewalt ist im Kreis Ahr­wei­ler kei­ne all­ge­gen­wär­ti­ge Bedro­hung für die Bevöl­ke­rung, zur Panik bestehe kein Anlass, so der Ver­tre­ter der Poli­zei­di­rek­ti­on. Gleich­wohl gebe es Erschei­nungs­for­men von Jugend¬gewalt, denn man begeg­nen müs­se. Nicht die Zahl der Gewalt­de­lik­te stei­ge, wohl aber die Inten­si­tät der ein­zel­nen Vor­fäl­le; auch sei zu beob­ach­ten, dass es sich bei Jugend­li­chen häu­fig um meh­re­re Täter han­de­le, die Straf­ta­ten gemein­sam begehen.

Sei­tens der am Tisch ver­tre­te­nen Sozi­al­päd­ago­gen wur­de der nega­ti­ve Ein­fluss der Medi­en – etwa die nach­mit­täg­li­chen Gerichts­shows — auf Spra­che und Ver­halts­wei­se von Jugend­li­chen betont. So sin­ke beispiels¬weise die Hemm­schwel­le bei der Ver­wen­dung von Schimpf­wör­tern deut­lich, den Jugend­li­chen feh­le sehr oft ein­fach die Ein­sicht und das Bewusst­sein, dass auch Belei­di­gun­gen ein Straf­tat sei­en. Joa­chim Titz bestä­tig­te die­se Beob­ach­tung aus sei­ner anwalt­li­chen Tätig­keit. Auch kon­kre­te Straf­ta­ten, wie das soge­nann­te ‘Abzie­hen’ etwa von Han­dys wer­den mitt­ler­wei­le oft nicht mehr als Raub emp­fun­den, son­dern als ganz nor­ma­le Ver­hal­tens­wei­se unter Jugendlichen. 

So wie Jugend­li­che kei­ne homo­ge­ne Grup­pe sind, so war man sich in der Exper­ten­run­de einig, kön­ne es auch kei­ne ein­fa­chen und für alle Fäl­le pas­sen­den Ant­wor­ten auf die Gewalt­fra­ge geben. Nor­bert Puth ver­wies als kon­kre­te Gegen­maß­nah­me auf Anti-Aggres­­si­on- Ange­bo­te der Poli­zei in den Schu­len, wäh­rend Huber­tus Rau­bal vor allem dar­an erin­ner­te, dass vor allem auch die Eltern als posi­ti­ve Vor­bil­der gefragt sei­en. Von allen Sei­ten wur­de es jedoch als emi­nent wich­tig erach­tet, dass alle vom Phä­no­men ‘Jugend­ge­walt’ Betrof­fe­nen sich in engen Netz­wer­ken abstim­men kön­nen, damit Gegen­maß­nah­men mög­lichst umfas­send erfol­gen kön­nen. Karl-Heinz Sund­hei­mer und der Spre­cher der CDU-Kreis­­tags­­­frak­­ti­on für Jugend und Sozia­les beto­nen hier­zu, dass man zu den The­men ‘Schul­so­zi­al­ar­beit’ und ‘Netz­werk­bil­dung’ mit den betei­lig­ten Akteu­ren im Gespräch blei­ben wolle.