5. Dezem­ber 2006

CDU lehnt ‘Ausverkauf des Tafelsilbers’ ab — Kreisvermögens auch für künftige Generationen sichern

Als ‘ein­ma­li­ges Stroh­feu­er’ und ‘finanz­po­li­ti­sches Aben­teu­er’ bezeich­net die CDU im Kreis Ahr­wei­ler den Vor­schlag von SPD, FDP und Grü­nen, das gesam­te RWE-Akti­en­­pa­­ket des Krei­ses Ahr­wei­ler im Wert von etwa 45 Mil­lio­nen Euro zu ver­kau­fen, um den Kreis­haus­halt zu ent­schul­den. Der CDU-Frak­­ti­on­s­­vor­­­si­t­­zen­­de im Kreis­tag, Karl-Heinz Sund­hei­mer, lehnt die­sen Vor­schlag daher für sei­ne Frak­ti­on ab.

‘Wir wol­len den Kern­be­stand des Kreis­ver­mö­gens auch für künf­ti­ge Genera­tio­nen sichern,’ so Sund­hei­mer, ‘der Gesamt­ver­kauf des RWE-Akti­en­­pa­­ke­­tes ist in die­ser Form nicht zu ver­ant­wor­ten. Ein sol­cher Umgang mit dem über Jahr­zehn­te auf­ge­bau­ten Kreis­ver­mö­gen, also mit dem Geld des Steu­er­zah­lers, ist mit der CDU nicht zu machen’.

Die Idee für eine sol­che Akti­on sei nicht neu, so der Christ­de­mo­krat. Bereits in den Haus­halts­be­ra­tun­gen 2002 habe der FDP-Kreis­­vor­­­si­t­­zen­­de Ulrich van Beb­ber unter ande­rem den sofor­ti­gen Ver­kauf von 25 Pro­zent der Kreis­ak­ti­en gefor­dert. Damals habe der Wert die­ses Akti­en­pa­ke­tes rund 5,9 Mil­lio­nen Euro betra­gen. ‘Heu­te ist klar: Der lan­ge Atem hat sich gelohnt. Der aktu­el­le Wert des 25-Pro­­­zent-Pake­­tes beträgt knapp 12,6 Mil­lio­nen Euro. Dies ist der bes­te Beweis dafür, wie unver­ant­wort­lich es wäre, wenn Kom­mu­nen kurz­fris­tig an der Bör­se spe­ku­lie­ren. Wären wir damals dem Vor­schlag der Kreis-FDP gefolgt, hät­ten wir heu­te sage und schrei­be 6,7 Mil­lio­nen Euro weni­ger. Mit ande­ren Wor­ten: Der FDP-Vor­­­schlag hät­te uns erheb­lich gescha­det’, kri­ti­siert der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Wich­tig für die CDU: Ein sol­cher ‘Schnell­schuss’ ist völ­lig unnö­tig. Dank sei­ner soli­den Finanz­po­li­tik ste­he der Kreis Ahr­wei­ler im Ver­gleich zu den ande­ren Krei­sen auch bei der Ver­schul­dung gut da. Der Kreis habe, wie ein pri­va­ter Häus­le­bau­er, Kre­di­te aus­schließ­lich für inves­ti­ve Zwe­cke ver­wen­det, bei­spiels­wei­se für das 30 Mil­lio­nen Euro-Schu­l­­bau­­­pro­­gramm oder das Kreis­stra­ßen­netz. Außer­dem sei schon vor Mona­ten ein Gut­ach­ten in Auf­trag gege­ben wor­den, wie das Kreis­ver­mö­gen zukunfts­si­cher ein­zu­set­zen sei. Die­se Ergeb­nis­se soll­ten auf jeden Fall zunächst abge­war­tet werden.

Die CDU will den Kern des Kreis­ver­mö­gens auch für künf­ti­ge Genera­tio­nen sichern. Ein Teil davon sol­le als ’stra­te­gi­sche Sicher­heits­re­ser­ve’ vor­ge­hal­ten wer­den, um auch bei unvor­her­ge­se­he­nen Haus­halts­ri­si­ken in Zukunft hand­lungs­fä­hig zu blei­ben, so Sundheimer.