23. Sep­tem­ber 2006

Wilhelm Josef Sebastian MdB (CDU): ‘Modernes Raubrittertum’ — Entscheidung der Intendanten der ARD über eine GEZ-Gebühr für PCs

Der von den ARD-Inten­­dan­­ten vor­ge­leg­te Kom­pro­miss­vor­schlag zur Redu­zie­rung der für PCs ab dem 1. Janu­ar 2007 geplan­ten GEZ-Gebühr trägt nicht dazu bei, die grund­sätz­li­chen Beden­ken an der Recht­mä­ßig­keit die­ser Gebühr zu besei­ti­gen, so der CDU-Bun­­­des­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­te Wil­helm Josef Sebastian.

Es han­de­le sich viel­mehr wei­ter­hin um eine zusätz­li­che Belas­tung ins­be­son­de­re von Selb­stän­di­gen, die ihre Com­pu­ter sicher nicht ange­schafft haben, um damit Radio- oder Fern­seh­sen­dun­gen zu kon­su­mie­ren. ‘Damit wer­den ins­be­son­de­re die mit­tel­stän­di­schen Betrie­be in unse­rer Regi­on getrof­fen,’ kri­ti­siert der hei­mi­sche Christ­de­mo­krat. Sie wer­den damit Opfer eine moder­nen Raubrittertums!

Pri­va­te Nut­zer fal­len bekannt­lich, sofern sie bereits bei der GEZ gemel­det sind, nicht unter die­se Rege­lung, betont Sebas­ti­an. Gera­de Selb­stän­di­ge sind auf­grund gesetz­li­cher Ver­pflich­tun­gen zur Abga­be von sta­tis­ti­schen Daten oder der Online-Über­­­mit­t­­lung von Steu­er­vor­anmel­dun­gen gezwun­gen, einen PC zu nutzen. 

Es kön­ne nicht sein, dass sich die Öffen­t­­lich-Rech­t­­li­chen Rund­funk­an­stal­ten mit die­ser Inter­net­steu­er durch die Hin­ter­tür eine zusätz­li­che Ein­nah­me­quel­le schaf­fen, ohne dass sich die PC-Nut­­zer die­ser ent­zie­hen kön­nen. Die theo­re­ti­sche Mög­lich­keit des Emp­fangs von Radio- und Fern­seh­sen­dun­gen über das Inter­net kann nicht den Ver­brau­chern ange­las­tet wer­den; zumal jeder weiß, dass nur ein ver­schwin­dend gerin­ger Teil der Com­pu­ter­be­sit­zer wirk­lich von die­sem Ange­bot Gebrauch macht. Im Übri­gen wäre es tech­nisch kein Pro­blem, beton der CDU-Poli­­ti­­ker, die­se Sen­dun­gen im Inter­net zu ver­schlüs­seln, und so die Nut­zer nur bei tat­säch­li­chem Emp­fang zah­len zu lassen.

Wir for­dern die Minis­ter­prä­si­den­ten auf, den ent­spre­chen­den Pas­sus im Rund­funk­ge­büh­ren­staats­ver­trag wei­ter­hin aus­zu­set­zen und die­sem moder­nen Raub­rit­ter­tum Ein­halt zu gebie­ten. Ins­be­son­de­re dem rhein­­land-pfäl­­zi­­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Kurt Beck kom­me hier­bei eine Schlüs­sel­rol­le zu.