6. Febru­ar 2006

Christdemokraten im Ahrkreis demonstrieren Geschlossenheit — Vorstandswahlen standen beim Kreisparteitag am Samstag in Dernau im Mittelpunkt — Guido Ernst wurde mit großer Mehrheit als Vorsitzender bestätigt

In 50 Tagen ist Land­tags­wahl. Das Mot­to, das am Sams­tag in Dernau beim Par­tei­tag von der Kreis-CDU als Ver­hal­tens­ko­dex im Kampf um Wäh­ler­stim­men pro­pa­giert wur­de, war ein­deu­tig: ‘Wir hal­ten zusam­men!’, schwor der alte und neue Kreis­vor­sit­zen­de Gui­do Ernst (MdL) sei­ne Par­tei­freun­de auf Gemein­schaft ein. Nicht nur er, son­dern auch Wal­ter Wirz (MdL) und Karl-Heinz Sund­hei­mer (CDU-Frak­­ti­on­s­­vor­­­si­t­­zen­­der im Kreis­tag) mach­ten in ihren Reden deut­lich, dass die CDU mit den Früch­ten ihrer kom­mu­nal­po­li­ti­schen Arbeit im Ahr­kreis punk­ten könne.

Es war ein Ver­trau­ens­be­weis der 141 Dele­gier­ten: Mit 126 Stim­men wur­de Gui­do Ernst am Sams­tag als Kreis­vor­sit­zen­der der CDU im Wein­bau­ver­ein Dernau wie­der­ge­wählt. Als Stell­ver­tre­ter ste­hen ihm wei­ter­hin Wal­ter Wirz, Karl-Heinz Sund­hei­mer und Ingrid Näkel-Sur­­ges zur Sei­te. ‘Team­ar­beit als Schlüs­sel zum Erfolg’, war das von Ernst ange­stimm­te Cre­do. Stolz berich­te­te er vom Lan­des­par­tei­aus­schuss in Bin­gen, bei dem das Wahl­pro­gramm ver­ab­schie­det wur­de: ‘Fast ein Drit­tel der Ände­rungs­an­trä­ge stamm­te aus dem Kreis Ahr­wei­ler. Zu mehr als 60 Pro­zent fan­den sie die Zustim­mung der Delegierten.’

Trotz der Lor­bee­ren: Ver­stär­kung und vor allem Ver­jün­gung kön­nen die Christ­de­mo­kra­ten gebrau­chen. Schatz­meis­ter Klaus Schnei­der rech­ne­te vor, dass von den 2286 Mit­glie­dern über 49 Pro­zent älter als 60 Jah­re sei­en. Jetzt soll für Neue getrom­melt wer­den. Aller­dings: Unterm Strich habe im Land kein ande­rer Kreis­ver­band so zule­gen kön­nen wie Ahr­wei­ler, bemerk­te Ernst.

Für ihn und sei­ne Vor­stands­mann­schaft ste­hen in der kom­men­den Amts­zeit wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen an: Der Kan­di­dat für die Bun­des­tags­wahl wird nomi­niert. Der Land­rat wird gewählt. Und die Kan­di­da­ten für den Kreis­tag müs­sen gewählt wer­den. Dass es auf Kreis­tags­ebe­ne schwie­ri­ge Ent­schei­dun­gen zu tref­fen gab und gibt, dar­an ließ Sund­hei­mer in sei­ner Rede kei­nen Zwei­fel. Ob Erhö­hung der Kin­der­gar­ten­bei­trä­ge, Schlie­ßung der Kreis­mu­sik­schu­le oder Ver­kauf der kreis­ei­ge­nen Ver­kehrs­ge­sell­schaft — ‘gewünscht hät­ten wir uns in vie­len die­ser Fäl­le viel­leicht etwas ande­res, wenn es finan­zi­ell mög­lich gewe­sen wäre’, meint er. Doch das vor­ran­gi­ge Ziel der CDU blei­be die Haus­halts­kon­so­li­die­rung, gefolgt von bil­­dungs- und fami­li­en­freund­li­cher Poli­tik. Ver­­eins- und Wirt­schafts­för­de­rung, Inves­ti­tio­nen in die Infra­struk­tur und Natur­schutz waren wei­te­re wich­ti­ge Stich­punk­te in der Prio­ri­tä­ten­lis­te künf­ti­ger Kreispolitik.

Wal­ter Wirz rich­te­te den Fokus auf die Land­tags­wahl. Das Mot­to ‘Mit gan­zem Her­zen Rhein­­land-Pfalz’ heißt für ihn vor allem auch, den länd­li­chen Raum und den Mit­tel­stand nicht zu ver­ges­sen. Gewer­be­flä­chen dürf­ten sich nicht nur auf die ‘zen­tra­len Orte’ beschrän­ken, Natur- und Land­schafts­schutz nicht zum Hemm­schuh wer­den. Zu den For­de­run­gen der CDU gehö­re ein Infra­struk­tur­mi­nis­te­ri­um für den länd­li­chen Raum. Ob nun alle Par­tei­freun­de die von Wirz emp­foh­le­nen 116 Sei­ten CDU-Regie­­rungs­­­pro­­gramm von A wie Abga­ben bis Z wie Zwangs­ver­hei­ra­tung lesen wer­den, sei dahin­ge­stellt. Der Wer­be­schal im neu­en oran­ge­far­be­nen CDU-Look wur­de an die­sem fros­ti­gen Febru­ar­tag ger­ne genommen.

[B]Vorstandswahl[/B]

Vor­sit­zen­der Gui­do Ernst (MdL) aus Bad Brei­sig bekam 126 von 139 gül­ti­gen Stim­men; Stell­ver­tre­ter Wal­ter Wirz (Ade­nau) erhielt 120 von 131 gül­ti­gen Stim­men, Stell­ver­tre­ter Karl-Heinz Sund­hei­mer (Broh­tal) 130 von 133 gül­ti­gen Stim­men und Stell­ver­tre­te­rin Ingrid Näkel-Sur­­ges (Alte­nahr) 94 von 128 gül­ti­gen Stim­men. Kreis­schatz­meis­ter ist Klaus Schnei­der aus Bad Neu­en­­ahr-Ahr­­wei­­ler. Als Bei­sit­zer gewählt wur­den: Käthe Kläs­gen (Ade­nau), Hen­ny Ettelt (Alte­nahr), Peter Wen­sel (Brohl­tal), Micha­el Schwarz (Graf­schaft), Chris­tel Ripoll (Bad Brei­sig), Gui­do Orthen und Dr. Eber­hard Pies (Bad Neu­en­­ahr-Ahr­­wei­­ler), Wolf­gang Lan­gen­bach (Rema­gen), Andre­as Kranz und Kurt Quarz (Sin­zig).

(Arti­kel der Rhein-Zei­­tung vom 6. Febru­ar 2006)