10. Okto­ber 2005

Revisionsverhandlungen zu Hartz IV müssen Klärung bringen — CDU im Kreis Ahrweiler hält Rückzahlungen von Unterkunftskosten an den Bund für unrealistisch – Hartz IV verursacht 1,3 Millionen-Loch im laufenden Kreishaushalt

Die CDU im Kreis Ahr­wei­ler reagiert mit Kopf­schüt­teln auf die neu­en For­de­run­gen aus Ber­lin, die Bun­des­be­tei­li­gung an den Unter­kunfts­kos­ten für Lang­zeit­ar­beits­lo­se auf Null abzu­sen­ken und damit eine Rück­zah­lung der Kom­mu­nen an den Bund von rund drei Mil­li­ar­den Euro zu errei­chen. Im Zuge der Arbeits­markt­re­form unter dem Stich­wort ‘Hartz IV’ wol­le Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Wolf­gang Cle­ment (SPD) zur Ent­las­tung des Bundes­haushalts offen­bar erneut in die Taschen von Krei­sen und Kom­mu­nen grei­fen, so Micha­el Schnei­der, Spre­cher des Arbeits­krei­ses ‘Sozia­les’ der CDU-Kreistagsfraktion.

‘Der zur Bera­tung anste­hen­de Nach­trags­haus­halt des Krei­ses Ahr­wei­ler zeigt hin­ge­gen die trau­ri­gen Rea­li­tä­ten auf,’ ergänzt Karl-Heinz Sund­hei­mer, Vor­sit­zen­der der CDU-Kreis­­tags­­­frak­­ti­on. Es ent­ste­he eine Erhö­hung des Zuschuss­be­darfs um etwa 1.307.000 € bei Mehr­aus­ga­ben von 1.983.000 € und Mehr­ein­nah­men von 676.000 €. Ins­ge­samt erhö­he sich die Haus­halts­be­las­tung für den Kreis Ahr­wei­ler durch Hartz IV auf über 1,6 Mil­lio­nen €. Die Ein­nah­men und Aus­ga­ben für die Zusam­men­le­gung von Arbeits­lo­sen­hil­fe und Sozi­al­hil­fe, konn­ten bei den Haus­halts­be­ra­tun­gen für 2005 nach Aus­sa­ge der Kreis­ver­wal­tung Ahr­wei­ler nur geschätzt wer­den, da kei­ner­lei Erfah­rungs­wer­te vor­la­gen. Dar­über hin­aus sei ins­be­son­de­re die Zahl der Arbeitslosenhilfe­empfänger gegen­über den Hoch­rech­nun­gen von Bun­des­re­gie­rung und Arbeits­agen­tur erheb­lich gestie­gen. Da der Kreis auch für die­sen Per­so­nen­kreis die Kos­ten der Unter­kunft über­neh­men müs­se, sei­en die Aus­ga­be­an­sät­ze zu erhöhen.

‘Die­se tat­säch­li­che Mehr­be­las­tung im Kreis Ahr­wei­ler steht der Zusa­ge der Bun­des­re­gie­rung, die Kom­mu­nen durch Hartz IV um 2,5 Mil­li­ar­den € zu ent­las­ten, dia­me­tral ent­ge­gen,’ betont Micha­el Schnei­der. Auch die kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­de in Deutsch­land rech­nen nach den vor­lie­gen­den Fak­ten damit, dass die Bun­des­be­tei­li­gung den Unter­kunfts­kos­ten für Lang­zeit­ar­beits­lo­se min­des­tens in der bis­he­ri­gen Höhe von 29,1 Pro­zent bei­be­hal­ten wer­den muss, um zusam­men mit den Ent­las­tun­gen der Län­der die im Gesetz garan­tier­te Ent­las­tung der Kom­mu­nen zu errei­chen. ‘Für unse­ren Kreis­haus­halt gehen wir dabei fest davon aus, dass der Bund uns im Rah­men des anste­hen­den Revisions­verfahrens nicht nur die augen­blick­li­chen Mehr­kos­ten erstat­tet, son­dern auch die fest zuge­sag­te Ent­las­tung umsetzt,’ so die Christ­de­mo­kra­ten im Kreis. ‘Alles ande­re wäre Ver­­­trau­ens- und Wort­bruch,’ bekräf­ti­gen Sund­hei­mer und Schneider.

Eine ver­nünf­ti­ge und seriö­se Klä­rung der weit aus­ein­an­der lie­gen­den Annah­men kön­nen nur die in Kür­ze begin­nen­den Revi­si­ons­ver­hand­lun­gen zwi­schen Bund, Län­dern und kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­den brin­gen. Aus der kom­mu­na­len Daten­er­he­bung bei Län­dern und Kom­mu­nen wer­den sich die tat­säch­li­chen Not­wen­dig­kei­ten erge­ben, den Bun­des­zu­schuss anzu­pas­sen bzw. zwi­schen den ver­schie­de­nen Krei­sen und Kom­mu­nen anders zu verteilen.