19. Juli 2005

Größtes Anliegen ist die Beseitigung von Wettbewerbsnachteilen — Wilhelm Josef Sebastian MdB besuchte Landwirtschaftsbetrieb Marienfeld in Fronrath

Nur sel­ten kom­men Besu­cher nach Fron­rath in die Gemein­de Hecken­bach, die flä­chen­mä­ßig zweit­größ­te, ande­rer­seits bevöl­ke­rungs­mä­ßig kleins­te Gemein­de in der Ver­bands­ge­mein­de Alte­nahr. Der CDU-Bun­­­des­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­te Wil­helm Josef Sebas­ti­an nutz­te jetzt jedoch ger­ne die Gele­gen­heit, sich auf Anre­gung von Ver­bands­bür­ger­meis­ter Achim Haag über die Exis­tenz­be­din­gun­gen eines bäu­er­li­chen Fami­li­en­be­trie­bes in der Eifel zu infor­mie­ren. Auf dem abge­le­gen Hof von Jörg Mari­en­feld erfuhr Sebas­ti­an, dass die Glo­ba­li­sie­rung und die inter­na­tio­na­le Wett­be­werbs­fä­hig­keit mitt­ler­wei­le auch im dor­ti­gen Betriebs­ge­sche­hen die wich­tigs­ten Stich­wor­te sind.

Beim offe­nen Mei­nungs­aus­tausch wur­de klar, dass der Druck auf die deut­sche Land­wirt­schaft steigt. Jörg Mari­en­feld und eini­ge sei­ner Kol­le­gen aus der Gemein­de Hecken­bach mach­ten klar, dass sie sich vor allem unglei­che Wett­be­werbs­be­din­gun­gen benach­tei­ligt sehen. In der Umset­zung von EU-Recht wer­den in Deutsch­land schär­fe­re Bestim­mun­gen durch­ge­setzt, wie etwa in der Tier­hal­tung, beim Pflan­zen­schutz oder im Dün­ge­recht. Im Steu­er­recht sei­en die deut­schen Land­wir­te gegen­über ihren EU-Kol­­le­­gen zum Teil stark benach­tei­ligt, etwa bei der Agrar­die­sel­be­steue­rung. So wür­den die Steu­ern nur bis zu einem Höchst­ver­brauch von 8.600 Litern pro Betrieb erstat­tet, in der Pra­xis sei­en aber Ver­bräu­che von bis zu 20.000 Litern unum­gäng­lich. Beson­ders fällt dies ins Gewicht bei exten­si­ver Land­be­wirt­schaf­tung mit weit aus­ein­an­der lie­gen­den Flä­chen. Fal­len­de Absatz­prei­se, so bei der Milch, haben dazu geführt, dass die land­wirt­schaft­li­chen Ein­kom­men seit 2001 um mehr als 15 Pro­zent gesun­ken sind.

Wil­helm Josef Sebas­ti­an mach­te klar, dass die Poli­tik stär­ker als bis­her dar­auf ach­ten müs­se, die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der deut­schen Land­wirt­schaft zu stei­gern. Kon­kret soll­ten nach sei­ner Vor­stel­lung EU-Rich­t­­li­­ni­en nur noch ein-zu-eins umge­setzt wer­den. In die­sem Zusam­men­hang müs­sen nach­drück­li­cher als bis­lang die Inter­es­sen der deut­schen Land­wir­te auf EU-Ebe­­ne ver­tre­ten wer­den. Des Wei­te­ren plä­dier­te Sebas­ti­an für einen kon­se­quen­ten Büro­kra­tie­ab­bau und eine ver­nünf­ti­ge, an Effi­zi­enz und Nach­hal­tig­keit aus­ge­rich­te­te För­der­po­li­tik für nach­wach­sen­de Roh­stof­fe. Die Aner­ken­nung des Prin­zips ‘Natur­schutz durch Nut­zung’ sei not­wen­dig, anstatt in Eigen­tums­rech­te mehr als not­wen­dig ein­zu­grei­fen und die Bewirt­schaf­tung zu läh­men. Nicht ver­ges­sen dür­fe man dabei, so Sebas­ti­an, eine zuver­läs­si­ge Gestal­tung der sozia­len Absi­che­rung der Land­wir­te und ihrer Familien.

Zum Abschluss des Besu­ches in Fron­rath ver­schaff­te sich der Christ­de­mo­krat noch einen per­sön­li­chen Ein­druck vom Betrieb Mari­en­feld, der seit 1953 in Fron­rath in Fami­li­en­be­sitz besteht. Die Milch­pro­duk­ti­on steht hier im Mit­tel­punkt, die hof­ei­ge­nen Flä­chen die­nen daher vor allem der Wei­de­wirt­schaft und der Futtererzeugung.