13. Juli 2005

Paul Lindener wurde für 58 Jahre Arbeit für die Partei geehrt — 60 Jahre CDU wurden im Brohltal gebührend gefeiert

Vor 60 Jah­ren wur­de die Christ­lich Demo­kra­ti­sche Uni­on Deutsch­lands gegrün­det. Dies nah­men jetzt der CDU-Gemein­­ver­­­band Brohl­tal sowie der CDU-Kreis­­ver­­­band Ahr­wei­ler zum Anlass für ein gro­ßes Som­mer­fest. Auf dem ‘Mari­en­köpf­chen’ bei Ober­zis­sen ver­sam­mel­ten sich Mit­glie­der, Fun­k­­ti­ons- und Man­dats­trä­ger der Par­tei in fro­her Run­de zum Feiern.

‘Gro­ße Geburts­ta­ge fei­ert man gern im Fami­li­en­kreis’, sag­te Tino Hacken­bruch, Vor­sit­zen­der des Gemein­de­ver­ban­des Brohl­tal. Die CDU habe allen Grund zu fei­ern. ‘Die Grün­der haben vor 60 Jah­ren etwas Gro­ßes ange­fan­gen, das rich­tung­wei­send für Deutsch­land wur­de.’ Bewusst feie­re man ein Fami­li­en­fest, weil die CDU zu Recht beto­ne, dass die Fami­lie die attrak­tivs­te Lebens­form und wei­ter Zukunfts­mo­dell für die Gesell­schaft sei.

‘Die CDU hat wie kei­ne ande­re Par­tei die Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik geprägt. Sie hat alle wich­ti­gen Wei­chen­stel­lun­gen vor­ge­nom­men — von der Durch­set­zung der Sozia­len Markt­wirt­schaft und der Bin­dung der Bun­des­re­pu­blik an die west­li­chen Demo­kra­tien über die euro­päi­sche Ein­heit bis zur Wie­der­ver­ei­ni­gung’, sag­te Land­rat Jür­gen Pföh­ler, wie Wil­helm-Josef Sebas­ti­an (MdB), Gui­do Ernst (MdL) und Bür­ger­meis­ter Her­mann Höfer unter den Geburtstagsgästen.

Paul Linde­ner wur­de für sei­ne in 58 Jah­ren geleis­te­te Arbeit zum Ehren­vor­sit­zen­den des Orts­ver­ban­des Nie­der­zis­sen ernannt. Pföh­ler hielt die Lau­da­tio für Linde­ner. Das ver­dien­te Par­tei­mit­glied, 1915 in Köln gebo­ren und da auf­ge­wach­sen, voll­endet nächs­ten Monat sein 90. Lebens­jahr. Vor dem Zwei­ten Welt­krieg war er Beam­ten­an­wär­ter beim Auf­sichts­amt für Ver­si­che­rungs­we­sen, bevor es ihn nach 1945 als Stan­des­be­am­ten nach Unkel und dann zur rhein­­land-pfäl­­zi­­schen Lan­des­re­gie­rung ver­schlug, damals in Koblenz. Ger­ne erin­nert sich Linde­ner dar­an, dass er, weil er eine Schreib­ma­schi­ne besaß, an der Lan­des­ver­fas­sung mit­ge­ar­bei­tet und sie im Wesent­li­chen ‘getippt’ hat.

1947 kam er als Amts­bür­ger­meis­ter nach Nie­der­zis­sen und war bis Anfang der Fünf­zi­ger Jah­re in Per­so­nal­uni­on auch Orts­bür­ger­meis­ter sei­ner neu­en Hei­mat­ge­mein­de. Im Ruhe­stand nach der Ver­wal­tungs­re­form 1970 über­nahm er Ehren­äm­ter und war auch Vor­sit­zen­der des Pfarr­ge­mein­de­ra­tes und des DRK-Orts­­ver­­­ban­­des und half bis vor kur­zem sogar noch bei Blutspendeterminen.

1950 initi­ier­te er die Grün­dung eines CDU-Orts­­ver­­­ban­­des in Nie­der­zis­sen. Die nöti­ge Mit­glie­der­zahl kam nicht zustan­de, so dass ein Amts­ver­band mit den Gemein­den Ober­zis­sen, Deden­bach, Königs­feld und Ramers­bach ins Leben geru­fen wur­de. Meh­re­re Peri­oden war Paul Linde­ner dort Vor­sit­zen­der und maß­geb­lich an der Umstruk­tu­rie­rung bis zum heu­ti­gen Orts­ver­band Nie­der­zis­sen betei­ligt. Amts­nach­fol­ger Richard Keu­ler hat­te jetzt die Ernen­nung Linde­ners zum Ehren­vor­sit­zen­den angeregt.