6. Mai 2005

Sinn von Rettungsflößen bleibt offen — Sicherheitsvorschriften in der Rheinschiffahrt — Wilhelm Josef Sebastian MdB (CDU) kritisiert Haltung der Bundesregierung

Als halb­her­zig kri­ti­siert der rhein­­land-pfäl­­zi­­sche CDU-Bun­­­des­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­te Wil­helm Josef Sebas­ti­an, Mit­glied im Ver­kehrs­aus­schuss, die Hal­tung der Bun­des­re­gie­rung zu den anste­hen­den Ver­schär­fun­gen. Nach einem Bericht der Par­la­men­ta­ri­schen Staats­se­kre­tä­rin im Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um, Iris Glei­cke (SPD), in der heu­ti­gen Sit­zung des Ver­kehrs­aus­schus­ses wird die Bun­des­re­gie­rung am 25. Novem­ber in der Zen­tral­kom­mis­si­on für die Rhein­schif­fahrt (ZKR) den Vor­schlä­gen zur Ver­schär­fung der Sicher­heits­richt­li­ni­en zustim­men. Es bleibt bei der Hal­tung der rot-grü­­nen Bun­des­re­gie­rung, dass das Gewer­be in der Beweis­pflicht dafür bleibt, dass Ret­tungs­flö­ße unsin­nig sind.

Der Bun­des­rat hat­te mit dem Bin­nen­schiff­fahrts­ge­wer­be gemein­sam ver­langt, dass die ZKR ihrer­seits den Beweis antre­ten müs­se, dass Ret­tungs­fö­ße auf dem Rhein eine geeig­ne­tes Instru­ment zur Ver­bes­se­rung der Sicher­heit bei Unfäl­len sind. Nun­mehr soll eine gemein­sa­me Kom­mis­si­on von Gewer­be und staat­li­chen Stel­len die­se Fra­ge untersuchen.

Der öffent­li­che Druck in die­ser Fra­ge hat nach Sebas­ti­ans Auf­fas­sung zumin­dest dazu geführt, dass eini­ge ande­re zen­tra­le For­de­run­gen des Binnenschif­fahrtsgewerbes erfüllt wer­den konn­ten. So wird auf die Nach­rüs­tungs­pflicht auf den so genann­ten Zwei-Abtei­­lungs­­sta­­tus ver­zich­tet; nur neue Schiff müs­sen die­ses Erfor­der­nis erfül­len. Die bedeu­tet, dass zwei Schott­räu­me eines Schif­fes voll Was­ser lau­fen kön­nen und das Schiff trotz­dem sei­ne Manö­vrier­fä­hig­keit behält.

Kri­tik übt der Christ­de­mo­krat auch dar­an, dass das Par­la­ment in die­ser Fra­ge im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes geschickt ‘umschifft’ wor­den sei. ‘Außer der Kennt­nis­nah­me des Berichts von Frau Glei­cke konn­te der Ver­kehrs­aus­schuss in die­ser Fra­ge nichts machen;’ so Wil­helm Josef Sebas­ti­an, ‘obwohl sich die Uni­on im Aus­schuss inhalt­lich voll und ganz der ein­stim­mi­gen Beschluss­vor­la­ge des Bun­des­ra­tes abge­schlos­sen hat’.