22. Mai 2006

Landesregierung nimmt Menschen den Schutz vor Windkraftanlagen — Guido Ernst MdL

Auf abso­lu­tes Unver­ständ­nis stößt die Ent­schei­dung von Innen­mi­nis­ter Bruch, den von der Pla­nungs­ge­mein­schaft Mit­­­tel­rhein-Wes­­ter­­wald vor­ge­leg­ten Raum­ord­nungs­plan nicht zu geneh­mi­gen, beim CDU-Kreis­­ver­­­band Ahr­wei­ler. ‘Die­se Ent­schei­dung ist ein Schlag ins Gesicht für die Men­schen im Nor­den des Lan­des,’ erklärt der Kreis­vor­sit­zen­de Gui­do Ernst MdL. ‘Bis zur Land­tags­wahl war von einem Stopp des Pla­nes kei­ne Rede, jetzt ist die SPD-Allein­­re­­gie­­rung noch nicht ein­mal rich­tig im Amt und zeigt schon ihr wah­res Gesicht.’

Hin­ter­grund ist die Befürch­tung der CDU, dass ohne den Raum­ord­nungs­plan der Pla­nungs­ge­mein­schaft eine wil­de ‘Ver­spar­ge­lung’ der Land­schaft droht. Der vor­ge­leg­te Plan sieht vor, dass nur auf 0,2 Pro­zent der Flä­che Wind­rä­der erlaubt sind. Wird die­ser Plan jetzt nicht geneh­migt, kön­nen mehr Wind­kraft­an­la­gen gebaut werden.

‘Die Lan­des­re­gie­rung nimmt den Men­schen den Schutz vor den Aus­wir­kun­gen einer aus­ufern­den Wind­ener­gie­nut­zung. Herr Bruch soll doch ein­mal die Bür­ger vor Ort fra­gen, ob sie dar­an inter­es­siert sind, dass ihre Gemein­den von Wind­rä­dern ein­ge­zäunt wer­den,’ schlägt Ernst vor. Kein Mensch hät­te, bei allem Wohl­wol­len für alter­na­ti­ve Ener­gien, Inter­es­se dar­an, dass gro­ße Wind­rä­der künf­tig unmit­tel­bar neben Wohn­ge­bie­ten gebaut wer­den dürften.

Nicht nach­voll­zieh­bar ist für Ernst und die CDU die Begrün­dung aus dem Main­zer Minis­te­ri­um. ‘Der Hin­weis auf die Gerich­te ist nicht halt­bar.’ Hin­zu­kom­me, dass der erar­bei­te­te Plan in enger Abstim­mung mit dem Innen­mi­nis­te­ri­um und den kom­mu­na­len Gre­mi­en vor Ort zustan­de gekom­men sei. ‘Der maß­geb­li­che Kri­te­ri­en­ka­ta­log für die Auf­stel­lung von Wind­rä­dern trägt doch die Hand­schrift der Lan­des­be­am­ten und wur­de vom Minis­ter aus­drück­lich gebil­ligt. Wenn man die­sen zugrun­de legt, blei­ben nun mal nur noch 0,2 Pro­zent der Flä­che im Nor­den von Rhein­­land-Pfalz übrig.’ 

Die Fol­gen der ‘Bruch-Ent­­­schei­­dung’ sei­en abzu­se­hen, so Ernst. ‘Unse­re Mit­tel­ge­birgs­land­schaft mit ihren schüt­zens­wer­ten Städ­ten und Gemein­den, den Land­schafts­par­ken und den Natur­denk­mä­lern ver­liert an Attrak­ti­vi­tät, sowohl für unse­re Bür­ger als auch für Tou­ris­ten. Das wer­den wir über kurz oder lang auch in der Wirt­schaft zu spü­ren bekommen.’